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[Kliniktagebuch] Zweite Woche des 2. DBT-Moduls

Wie beim letzten Eintrag ist es Samstagabend und ich bin hier allein in Renés Wohnung, weil er wieder bis 22 Uhr arbeiten muss. Und wie letzte Woche auch schon fühle ich mich auch alleine ganz wohl. Allerdings hab ich den heutigen Tag nicht durchgepowert, sondern mich einfach mal durchs Internet treiben lassen – ein bisschen Ruhe muss auch mal sein. Eigentlich hatte ich mich angeboten des Lieblings Videothek-ähnliche DVD-Wand nach Alphabet zu ordnen und zu katalogisieren, aber ich hab ja noch zwei Stunden Zeit, wobei ich noch Tagebuch schreiben will… Naja wenns jetzt heute nichts mehr wird, mach ich mich auch nicht verrückt. Dann mach ich das eben ein andermal.

Die Therapiewoche war vor allem am Anfang schwer. Ich hab von einer Mitpatientin erfahren, dass ein anderer Mitpatient, der bei meinen ersten beiden Aufenthalten da war tot ist. Er war ein älterer, sehr schweigsamer Man, der aber immer schüchtern gelächelt hat, wenn man ihm ins Gesicht sah. Wir fanden ihn alle supergoldig und er gehörte in gewisser Weise schon zum Stationsinventar, seit gut 20 Jahren hatte er die meiste Zeit ein Zimmer auf der Station bewohnt. Naja, jedenfalls wurde er vor ungefähr zwei Monaten tot auf dem Klinikgelände gefunden. Er ist an nem Abend, an dem hier ein Orkan herrschte, nochmal rausgegangen; bzw. bevor der Orkan losbrach und wurde dann wohl erst in der Nacht gefunden. Er hatte ungewöhnlich viele Medikamente intus und eine Platzwunde am Hinterkopf, die von einem großen Ast stammte, der heruntergebrochen war. Ob er sich etwas antun wollte, weiß man nicht, Fakt ist wohl, dass er seiner Kopfverletzung erlegen ist, weil man ihn zu spät gefunden hat. Seltsam war wohl auch, dass er weit abseits vom Weg gefunden wurde… Keine Ahnung was er getrieben hat. Auf jeden Fall hat mich diese Info tief getroffen.

Witzig war in dieser Woche mein Einzelgespräch. Ich machte aus Versehen den Tisch kaputt und wir reparierten ihn kichernd wieder. Ich hatte n bisschen Angst, dass ich ihn bezahlen muss, aber die Therapeutin meinte nur „Das ganze Stationszimmer war voller Leute, aber keiner wollte wissen, wo ich mit Hammer und Zange hin will O_o“ und wir mussten wieder lachen : D.

Hassthema diese Woche: Radikale Akzeptanz. Offenbar stellt dies wirklich ein großes Problem für mich dar, denn mir ist schon beim lesen des Textes in der Fertigkeitengruppe innerlich beinah der Kragen geplatzt. Es gibt einfach Dinge, die WILL ich nicht radikal akzeptieren (auch wenn es mir besser tun würde, wenn ichs sollte, aber das darf keiner wissen, dass ich das einseh).

Körperlich bekam ich in den letzten Tagen auch einige Anwendungen. Ich bekomm jetzt bis zum Ende des Moduls Massagen und Krankengymnastik, weil mir ständig mein Rücken so schmerzt. Massagen zum lockern, die Krankengymnastik um meine Rückenmuskulatur zu stärken, die ist durch die mangelnde Bewegung in den letzten Jahren total schwach.

Mja… und dann hat sich Donnerstag noch etwas grundlegendes getan. Dass René wohl früher oder später einen Job in Köln bekommt, war bereits klar und auch, dass ich dann wohl mitkommen würde. Allerdings finden die Vorstellungsgespräche schon Ende März statt und das heißt, dass sich jetzt alles beschleunigt. Sehr sogar. Somit ist mit dem Umzug schon in wenigen Monaten zu rechnen und das freut mich einerseits und macht mir andererseits auch ziemlich Angst. Mehr zu diesem Thema möchte ich aber erst schreiben, wenn klar ist, ob und was und wie.

Heute und morgen noch ausspannen und dann gehts Montag schon in die dritte Woche. Die Zeit rennt …

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