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DBT-Vorbereitung: Tag 9

14. September 2011 – Mittwoch

Ging mir dann gestern den restlichen Tag nicht wirklich gut. Als ich Abend mit Martin telefonieren wollte, hatte er nicht viel zu sagen und ich auch nicht, so war das Telefonat recht schnell beendet und ich noch geknickter. So sehr, dass ich total heulen musste. R. fragte ob sie mir helfen könne und ich bat sie darum, mich in den Arm zu nehmen, was sie auch gemacht hat. Manchmal sind Skills, die man alleine macht, einfach nicht das richtige und es bedarf körperlicher Nähe.

Heute verlief der Tag ganz ok, bis Nachmittag Schwester K. zu uns, also D. und A. an den Tisch kam und meinte, wir wollten bei dem guten Wetter doch mal raus gehen. A. und D. waren schon draußen und ich weigerte mich. Kurz darauf kam R. und erzählte, dass sie gerade draußen war und sogar eine Station mit dem Bus gefahren ist. Sie hat uns so freudig davon erzählt, dass ich immer geknickter wurde und schließlich ins Zimmer gegangen bin um mich aus der Dissoziation wieder rauszuskillen.

Nach 2 Chilligummibärchen und 2 Riechstäbchen wars immer noch nicht besser und ich bin wieder in den Aufenthaltsraum, wo D. und jetzt J. saß. Da hab ich dann erzählt, was los ist und sie haben mir n paar Tipps gegeben. Zuhören beruhigt mich sehr, wenn ich aufgewühlt bin. Ich sollte mir vielleicht n Hörbuch oder sowas zulegen…

Nachm Abendessen hab ich Martin angerufen um n ernstes Wort mit ihm zu reden. Mir ist wichtig, dass er sich ab jetzt ernsthaft über Borderline informiert und mit mir mitlernt. Ich hatte sehr Angst, dass er abblockt und sich weigert, was aber nicht passiert ist. Trotzdem fühle ich mich unwohl – obwohl unser Gespräch so gut lief.

Hier, wo ich mehr gefordert werde, mehr unter Menschen bin, wird mir erst so richtig klar, wie krank ich eigentlich bin. Das erschüttert mich und vor allem die Dissoziationen will ich nicht hinnehmen, obwohl ich es sollte, weil sie schlimmer werden, wenn ich mich dagegen wehre.

Was mich noch enttäuscht und etwas traurig macht, ist, dass sich M. nicht ein einziges Mal gemeldet hat. Eine SMS tut doch wirklich nicht weh!?… Es fällt mir so verdammt schwer, mich damit abzufinden, dass diese Freundschaft nach so vielen Jahren endgültig „leer“ sein soll… und manchmal frage ich mich, ob es überhaupt jemals eine richtige Freundschaft war und nicht eher eine Zweckgemeinschaft : (… Ich möchte heulen und bessere Zeiten zurückholen…

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