Startseite » Kliniktagebuch » DBT-Vorbereitung: Tag 1

DBT-Vorbereitung: Tag 1

06. September 2011 – Dienstag

Grad im Moment gehts mir richtig mies… Ich fühl mich sehr allein und bin ziemlich müde.

Aber von vorn. Gestern bekam ich am Nachmittag nen Anruf aus der Notfallambulanz Nürnberg, ob ich morgen Früh schon kommen könnte. Hab natürlich zugesagt … war aber dann den ganzen restlichen Tag am weinen, weils so schnell und unerwartet gekommen ist. Martin ging sehr geduldig mit mir um.

Heute gings dann um 8 Uhr los. Gegen 10 kamen wir an, es gab ne kleine Tragödie, weil ich nicht aussteigen und zur Annahme laufen wollte und außerdem standen Polizei und Krankenwagen vor dem Haus, in dem sich meine Station befindet. Das macht Mut O_o… Schließlich bin ich dann doch zur Annahme gelaufen.

Auf Station wurde ich von Schwester G. ganz herzlich begrüßt und bekam zur Beruhigung erstmal n Stäbchen (Ammola Riechstäbchen) mit Flüssigkeit drin. Dieses musste ich zerbrechen und so setzte sich ein extremer Ammoniakduft frei, der mich tatsächlich etwas runterholte.

Schließlich bekam ich mein Zimmer – ausgerechnet eins ohne Bad – und bevor ich auspackte, zeigte man mir die Station. Naja.. wie gesagt – danach packte ich aus, während Martin Wasser für mich kaufen ging und als wir beide fertig waren, blieb uns nur noch eine halbe Stunde, ehe er wieder fahren und ich mich damit abfinden musste, dass ich das jetzt allein machen muss.

Bin dann ziemlich verloren zum Mittagessen, welches im Aufenthaltsraum eingenommen wird, war aber allein dort. Danach Blutdruck messen und wiegen. Ohne Schuhe aber mit Kleidung – mehr als ich daheim wiege. Unsere Waage funktioniert also nicht richtig. Mja… und jetzt sitz ich da… auf meinem Bett… und fühl mich unbehaglich und allein. Ich werde bestimmt keine Kontakte knüpfen können : (…

20:30 Uhr

Hab mich dann vorhin nachdem ich geschrieben hatte erstmal in meine Kuscheldecke gemummelt und bin eingeschlafen. Dann kam irgendwann Schwester I., meine Bezungspflege, zu mir und brachte mir ein paar Spannungskurven, nen allgemeinen Wochenplan und DiaryCards und gleich im Anschluss hatte ich mein ärztliches Aufnahmegespräch. Bisher sind vom Personal alle wahnsinnig nett und kompetent.

Im Vergleich zu hier war Simbach zwar ausgestattet wie ein Hotel, aber aufgehoben und verstanden fühl ich mich hier besser. Das wurde mir auch beim Abendessen klar. Ich setzte mich zu den anderen Patienten an den Tisch und dort wurden ständig Witze über diese typischen Borderline-Verhaltensweisen gerissen. War sehr lustig und auch gut fand ich, dass man mich trotzdem in Ruhe essen ließ.

Bin danach wieder aufs Zimmer, hab kurz mit Martin telefoniert und davor musste ich noch zur DiaryCards-Besprechung. Die Tabletten werden hier nicht mit aufs Zimmer gegeben, man muss sie vor den Augen der Pflege einnehmen. Nachdem ich fragte, ob sie wohl Angst hätte, dass ich meine Tabletten horten würde, meinte diese etwas verkniffen dreinschauend Schwester, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, bei ihnen sei das halt so. Hm. Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Jetzt nachm duschen fühlte ich mich erst viel wohler und kurz darauf sehr traurig. Ich fühl mich schon wieder total verloren und sehne mich nach Martin, den Katzen und meinem gewohnten Lebensraum – meiner Wohnung.

Advertisements

2 Kommentare zu “DBT-Vorbereitung: Tag 1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s