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Wieder da

Erstmal möcht ich euch für die lieben Kommentare danken – ich konnte sie leider erst Samstag lesen, als ich wieder zurück kam. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mir so viele Leute gutes wünschen. Danke, ihr seid toll.

Wie gesagt – seit Samstag bin ich nun wieder daheim und es geht mir mehr schlecht als recht. Heute morgen wollte ich meinen Computer einschalten, um das Kliniktagebuch endlich hier zu veröffentlichen und nun geht er nicht mehr an. Irgendwelche Driver werden nicht gefunden und ich muss warten, bis Martin am Freitag heimkommt und sich das ansehen kann. Dann wollte ich mit meinem Notebook online gehen und für dieses finde ich den W-Lan-Stick nicht mehr. Also brach heute erst einmal eine mittelschwere Katastrophe aus und ich verbrachte fast den ganzen Tag im Bett. Gegessen hab ich auch nicht – ich möchte wieder zurück in die Psychiatrie.

Ich vermisse meine Mädels dort, mit denen ich die meiste Zeit zusammen war. D., J. und A. – ich hab selten so wundervolle Menschen kennengelernt und hab euch tief in mein Herz geschlossen. Ich hoffe wir schaffen es, den Kontakt aufrecht zu erhalten, den ohne euch würde mir echt was wertvolles fehlen. Ich hatte zwar häufig Krisen, die aus zu hoher Anspannung resultierten, aber trotzdem fühlte ich mich in der Psychiatrie so wohl und so zu Hause, wie schon lange nicht mehr irgendwo. Ich konnte früh aufstehen und den Tag durchhalten, obwohl ich viel dissoziierte, weil ich die Gesellschaft von anderen Leuten nicht mehr gewohnt und dann oft überfordert bin – aber das war es wert.

Als ich Samstag wieder heim kam, war der Tag eigentlich okay. Martin war da und wir waren gemeinsam den Wocheneinkauf erledigen und haben uns aus der Videothek Filme geliehen, die wir dann mit teils allein, teils mit Timur und Christiane angesehen haben. Der Körperkontakt zu Schatz konnte mich über den Verlust der gefundenen Freundinnen hinwegtrösten.

Richtig schlimm wurde es dann erst Sonntag, als Martin sich am späten Nachmittag wieder zur Blockschule aufmachen musste. Ich schrieb mit Marco und D. und heulte dabei wie ein Schlosshund, weil ich mich so fehl am Platz fühlte, in meiner Wohnung. Zum Glück verbrachten Marco und Sabrina den Abend mit mir und als sie wieder heimgingen, war ich so müde, dass ich schlafen konnte, ohne noch großartig nachzudenken.

Mja – und heute ist schon Montag. Und wie schon erwähnt habe ich den Tag im Bett verbracht. A. meinte gerade, ich solle doch zur Krisenintervention zurück kommen, wenns mir daheim so schlecht ginge, aber ich denke fürchte, das wäre nicht Sinn und Zweck der Sache. Ich kann mir keine Krisen „backen“, nur um in die Psychiatrie zurück zu dürfen. Ich muss einsehen, dass ich hier in einer eigenen Wohnung lebe : (.

Der vergangene Aufenthalt war jetzt die Vorbereitung zur DBT, in der ich meine Ziele festlegen musste. Mein großes Ziel lautet: „Mit Borderline umgehen und wieder am Leben teilnehmen können“ und das Etappenziel fürs erste Modul „Spannungen und Gefühle im Umgang mit Mitmenschen regulieren können“. Mein erstes DBT-Modul startet entweder schon in zwei Wochen oder dann Anfang November. Sollte ersteres der Fall sein, bekomme ich wohl diese Woche noch Bescheid. Und ehrlich gesagt hoffe ich es so sehr, dass ich nicht lange hier bleiben muss.

Jetzt hab ich doch mehr geschrieben, als eigentlich vorgehabt – ich hoffe, dass mein Internet morgen wieder geht (bin gerade bei Marco) und dann werd ich anfangen mein Kliniktagebuch abzuschreiben.

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8 Kommentare zu “Wieder da

  1. Hallo Tialda,

    erstmal wollte ich sagen, dass ich mich freue, wieder von dir zu lesen.

    Bei mir war das auch immer sehr ähnlich, hab die Menschen aus der Klinik sehr vermisst, wenn ich zurückkam. also nur die netten, natürlich 🙂 Ich wünsch dir, dass du bald wieder „ankommen“ kannst, auch wenn das etwas dauert und ich drück die Daumen, dass du nicht all zu lang auf dein erstes Modul warten musst.

    Liebe grüße
    Wortsucherin

    • Macht doch nichts – immer her mit den Fragen 🙂

      Ein Modul geht 5 Wochen und Module gibt es soviele man braucht. Allerdings ist es dann doch begrenzt. ich weiß aber nicht auf wie viele. Hatte eine kennengelernt, die war grad überm 4. Modul. Und auch im Jahr kann man glaube ich nur 2 Module machen. Am Ende jeden Moduls wird dann das Ziel fürs nächste festgelegt bzw. ob überhaupt noch eins gebraucht wird. Alles individuell – find ich total klasse.

    • Ja das stimmt. Nürnberg ist glaube ich auch die erste Klinik, die die stationäre DBT so aufgesplittet aus. Einfach aus dem Grund, weil man sich in 12 Wochen nur an die Klinik gewöhnt und viele dann zusammenbrechen, wenn sie nach der DBT wieder draußen sind. Hier soll man sich zwischen den Modulen im Alltagsleben üben

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