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Die zweifelhafte Strategie

Ja.. es ist eine extrem zweifelhafte Strategie sich ständig „Pro-Ana“-Seiten im Internet reinzuziehen… Aber was ist, wenn es einem hilft sich an eine Ernährungsumstellung zu halten und nichts Süßes oder Kohlehydratelastiges zu essen – sprich: wenn es einem hilft nur das zu essen, was man eigentlich soll?

Pro Ana besteht eigentlich nur im Internet und ist ein Zusammenschluss von meist sehr jungen Mädchen (Hauptalter ist 13-17) die sich darin übertrumpfen wollen nichts zu essen und immer mehr abzunehmen. Mit 50 Kilo sehen sie sich als viel zu fett und ihr Ziel ist es sich in lebensgefährliche Zustände zu hungern. Der Name bedeutet Pro Anorexie, also direkt übersetzt „Für Magersucht“, was ich ganz klar nicht befürworte!

Aber nachdem ich mir letzte Woche aus Neugierde solche Seiten durchgelesen habe und mir dabei der Hunger auf Süßkram und „Extras“ verging, wollte ich nicht mehr damit aufhören. Ich fing an zu leiden. Ich hab nur das gegessen, was ich laut Metabolic Balance darf und hab auch prompt abgenommen – wie es sein soll. Doch konnte ich an nichts anderes mehr denken als daran, was ich gerade eigentlich am liebsten essen würde und was für ein ekelhaftes Stück ich bin.

„Ana“, die sich diese Pro-Ana-Mädchen als eine Art Freundin vorstellen und deren harte, anklagende Briefe (die wohl irgendwann von Anhängerinnen geschrieben wurden) auf beinahe jeder dieser Seiten zur Schau gestellt werden, hatte sich auch bereits in meinem Kopf breit gemacht (und hat sich in meinem Unterbewusstsein eingenistet).

Weil ich ahnte, dass es an Fehl-/Problemverhalten grenzt, sich auf diesen Seiten rumzutreiben, erzählte ich Montag meiner Therapeutin davon und sie meinte es wäre sogar als eine Art Selbstverletzung zu werten, wenn ich mich mit Selbstvorwürfen unter Kontrolle halte… Meine Gedanken dazu: „Scheiße… ich bemitleidenswerter Trottel“ und „Ausgezeichnet, selbstverletzt, lange nicht mehr gemacht und doch herbeigesehnt – davon bekomm ich wenigstens keine sichtbaren Narben.“

Ich weiß es klingt hart (und ruft mich jetzt bloß nicht an um mir ne Standpauke zu halten – wenn ihr die Wahrheit nicht verkraftet, lest meinen Blog lieber nicht…), aber ich glaube trotzdem, dass ich es nur mit dieser Strategie der „Selbstgeißelung“(?) schaffe abzunehmen. Ich will und kann nicht damit aufhören, mir einzureden wie ekelhaft und widerwärtig mein Körper aussieht – dass ich, solange ich nicht wieder normale Maße annehme, nichts Wert bin (vor allem nicht in meinen Augen und kein glückliches Leben führen kann. Es gelingt mir wohl nur durch seelischen Schmerz diszipliniert zu bleiben.

P.s. Nein – ich ziehe Kotzen/Abführmittel/etc. nicht in Erwägung.

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Ein Kommentar zu “Die zweifelhafte Strategie

  1. Du Arme…fühl dich gedrückt…
    Ist einfach von mir zu sagen: Du musst dich nicht abnehmen. Du musst dich nicht eklig finden. Du musst lernen dich selbst zu lieben…
    Wenn es denn so einfach wäre zu sich selbst zu finden….
    Auf diesen Seiten rum zu stöbern ist allerdings wirklich nicht gut, da man die Probleme und Vehalten regelrecht anzieht und auf sich selbst projeziert.
    Wäre schön, wenn du es auch anders schaffen würdest…ich drück dir die Daumen

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