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Zwischen Hochgefühl und Realismus – der Pferdewunsch

Gestern war es nach langer Zeit des depri-seins mal wieder so weit. Ich hatte einige Stunden ein richtig motiviertes Hochgefühl und fühlte mich, als könne ich alles schaffen, alles zum guten wenden.

Martin und ich waren in der Stadt unterwegs und ich erzählte ihm mal wieder aus meiner frühen Jugend, als ich jedes Wochenende mit der Reiter-Clique auf dem Pferdehof verbrachte. Wie wohl ich mich in dieser Gemeinschaft fühlte und wie sehr ich „mein“ Pferd liebte. Obwohl die Clique vor langer Zeit, nämlich vor über 7 Jahren, zerbrach und es am Ende nur noch Streit dort gab, vermisse ich die Zeit in der alles gut war. Ich träume oft davon, wie ich auf diesen Hof zurückkehre, dass viele der Pferde nicht mehr leben und durch neue ersetzt wurden und wie ein Pferd für mich bereit steht, das noch keine Bezugsperson hat – wie ich dort langsam wieder aufgenommen werde…

Und so kamen wir wieder auf das Thema zu sprechen, wie sehr ich es mir wünsche, in einigen Jahren, wenn er besser verdient, einen Hof zu kaufen/pachten, Pferdeboxen zu vermieten und mein eigenes Pferd zu haben. Ein Wunsch, den ich schon hege, seit ich 7 Jahre alt war. Ich kann mich noch erinnern, dass ich auf jeden Weihnachtswunschzettel „ein Pony“ schrieb und jedesmal, wenn mich meine Eltern fragten, was ich mir zum Geburtstag wünsche, „ein eigenes Pferd“ sagte. Der Wunsch wurde mir nie erfüllt, stattdessen brachten sie mich irgendwann auf diesen Hof, auf dem ich viele Jahre meines Lebens verbrachte, mit den Freunden die mich auffingen, als meine Mutter und mein Bruder von zu Hause auszogen.

Doch ist es nicht sicher, ob sich dieser Wunsch vom eigenen Hof irgendwann erfüllen wird. Man kann eben nicht so weit in die Zukunft sehen – weiß nicht wo genau man in Deutschland schließlich landen wird und ob dort ein Hof zu haben sein wird, den man sich dann auch leisten kann.

Und während wir so davon sprachen, kam mir plötzlich eine ganz andere Idee. „Mal angenommen, ich würde soviel Geld sparen, dass ich mir ein Pferd kaufen könnte… würdest du mich finanziell bei der Stallmiete usw. unterstützen?“ … „Wenn ich ausgelernt hab und das Geld da ist schon… warum nicht.“ Und schwupp – da war es. Das Hochgefühl. Leuchtende Augen. Ich sehe meinen Tinker schon auf mich warten… Ich sehe ein Ziel vor mir, etwas worauf ich hinsparen, hinarbeiten kann. Ich dümple nicht mehr ohne Perspektive durch Zeit und Raum, habe etwas worauf ich mich fixieren kann, etwas das mir das Leben wieder schmackhafter erscheinen lässt.

Wieder daheim rechne ich mir sofort aus, wie lange ich sparen muss, wenn ich jede Woche mindestens 10 Euro zur Seite schaffe. Ich müsste mich einschränken, aber es wäre durchaus möglich. 500 Euro im Jahr, zusätzlich Geburtstags- und Weihnachtsgeld. Die Preise für Tinker stehen zwischen 2.000 und 4.500 Euro. Vier bis fünf Jahre sparen. Bis dahin wollte ich sowieso irgendetwas gefunden haben, das mir Spaß macht und womit ich ein Kleingewerbe anmelden kann, um selbst auch wieder etwas mehr zu verdienen… Ich klicke mich durch Pferdeseiten- und Foren. Lese mir Threats durch, in denen andere User Fragen stellen, was alles zu Bedenken ist beim Pferdekauf und lese Einträge von Pferdebesitzern, wie „Bedenke, dass du im Monat mindestens 500 Euro in das Pferd stecken wirst. Für Stallmiete, Hufschmied und Tierarzt.“

Und da zerplatzt mein Hochgefühl auch schon wieder. 500 Euro und mehr? Ich bin mir nicht mehr sicher ob wir uns das leisten können, selbst wenn er in einigen Jahren nicht schlecht verdient. 500 Euro… soviel kostet nicht mal meine Wohnung mit Nebenkosten… Das Gerüst aus Hoffnung stürzt in sich zusammen und ich fühle mich wieder deprimiert. Ich hasse die Realität, in der ich wohl niemals glücklich sein werde. In der ich mein Leben lang Träume haben werde, die niemals erreichbar sind für mich…

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15 Kommentare zu “Zwischen Hochgefühl und Realismus – der Pferdewunsch

  1. Meine Meinung dazu is Tierartzt bauche ich nur wen das Pferd krank ist und des wird ja ned jedes monat sein fällt schon etwas eld weg. Dan Hufschmied ,wenn ich Hufeisen drauf machen lasse brauche ich doch nich jedes Monat nen Hufschmied theoretisch soweit wie ich mir des vorstellen kann. Naja und die Stallkosten kann man sich nur Sparen wen man nen eigenen Stall hat.

  2. Mhm…. ich werde mal meine Betreuung fragen. Die hat ja selbst zwei Pferde. Ich frag einfach mal was da im Monat draufgeht. Sehe das auch wie Tim, Tierarzt braucht man nicht immer. Und im Notfall bekommt man das dann auch irgendwie hin. Ich hab die 300€ für meine Miez letztes Jahr auch auftreiben können. 😉

    Die Pferde meiner Betreuung sind übrigens gar nicht beschlagen… Das einzige was bei ihr halt nen Vorteil ist…. sie hat sich den Stall selbst gebaut… bei ner Freundin auf dem Gelände. Aber ich frag sie mal =)

  3. Also 500 Euro halte ich für übertrieben. Wenn man sich z.B. einen Offenstall sucht kostet das oft sogar unter 100 Euro Miete im Monat. Wichtigste Frage ist: könntest Du dem Pferd denn überhaupt gerecht werden? Du müsstest schon jeden Tag hin und ich lese ja auf Deinem Blog, dass Du nicht so oft rausgehst wegen Deiner Krankheit… Ist kein Angriff, bitte nicht falsch verstehen. Aber Du musst das Pferd auf jeden Fall regelmässig bewegen und Dich auch sonst drum kümmern…

    LG,
    Monster

  4. Ich drück dir die Daumen, dass sich dein Pferdewunsch erfüllt. Nie das Ziel aus den Augen verlieren 🙂
    Leider ist es wirklich so, dass nicht die Anschaffung, sondern die Unterhaltung das teure ist, wenn man ein Pferd besitzt.
    Bei der Stallmiete musst du schon 200 € im Monat einrechnen. Selbst wenn man einen Offenstallplatz bekommt, dann sind die nicht immer so günstig. Klar kann man auch Glück haben. Dann muss dein Pferd alle 6-8 Wochen zum Schmied, wenn du Glück hast läuft es barfuß, wenn du Pech hast und es Eisen braucht, dann sind das jedes Mal 80-140 € (ist je nach Schmied sehr unterschiedlich). Dann Material wie Sattel, Zaumzeug etc. und natürlich muss man immer was an Seite legen, damit man auch im Notfall mal den TA bezahlen kann. Ich hatte mal ein Pferd dessen TA-Rechnung den eigenen Wert lange überschritten hatte und ich hatte es nur zwei Jahre lang.
    Das sind natürlich auch Ausnahmefälle, aber damit muss man leider immer rechnen. Ich sag ganz oft, ich arbeite nur um meine Pferde zu finanzieren…
    Trotzdem wirst du dir deinen Wunsch sicher bald erfüllen können. Wenn alles mal etwas stabiler ist, dann geht das gaaanz bestimmt 🙂 Wenn man sich etwas sooo doll wünscht, dann wirds auch was 😉 Lass den Kopf nicht hängen. Drück dich
    Nanni

    P.S.: Du musst mich einfach ganz unbedingt mal besuchen kommen!! Dann reiten wir bei mir durch den Wald! Das mein ich ernst!!

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