Still

Es ist düster draußen, fast herbstlich. Aber ich fühle mich irgendwie wohl – der graue Schleier hüllt mich ein wie in einen Kokon. Ich bin melancholisch. Denke an vergangene Tage, besonders viel an den schönsten Sommer meines Lebens, 2002. Ich habe den Eindruck, nie wieder solch unbeschwerte Tage zu erleben, aber freue mich darüber, dass ich sie erleben durfte und schwelge in Erinnerungen daran, die ungefragt vor meinen Augen auftauchen.

Ich lese die meiste Zeit, tauche ab in andere Welten. Es fühlt sich an, als würde mein Geist in einem großen, düsteren und kalten Herrenhaus herumwandern. Das Düstere umhüllt mich äußerlich wie innerlich. Es kommt mir vor, als würde ich nur noch in schwarz-weiß existieren – und nein, damit ist nicht mein Kleidungsstil gemeint. Eine einst strahlende Seele, an den man sich noch wage erinnert, wenn man das schwache schwarz-weiß-Abbild ansieht.

Doch die einst schillernde „Person“ ist längst weg. Wo? Keine Ahnung. Nicht auffindbar. Tot? Eher nicht, wahrscheinlich zurückgezogen und verschanzt, tief im Inneren. Auf bessere Tage wartend… Stellt sich nur die Frage, ob und wann diese kommen. Was muss passieren, damit der graue Kokon aufplatzt?

Es ist still. Von hier bis zum Rand der Welt – so still. Die Träume sind auch verstummt…

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