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Warum bloggen

In letzter Zeit ist es hier sehr ruhig geworden. Das liegt aber nicht daran, dass es mir besonders schlecht ginge oder so. Es geht mir einigermaßen gut und ich habe aktuell einfach nicht viel zu sagen.

Ich bin momentan innerlich sehr mit mir selbst beschäftigt und es fällt mir schwer, irgendetwas nach außen zu tragen. Einerseits weil ich bestimmte Dinge mit mir selbst ausmachen will, andererseits, weil ich mir nicht sicher bin, ob andere mich überhaupt verstehen würden oder ob es sie überhaupt interessiert. Wenn man Gedanken nach außen trägt, muss man sich oft rechtfertigen und erklären und dafür habe ich irgendwie keine Kraft…

Vielleicht komm ich demnächst endlich dazu, meine nächtlichen (Alp)Träume hier in Worte zu fassen, wobei ich mir wieder unsicher bin, ob mir das etwas bringen würde.

Aber im Grunde genommen, wenn ich mal ernsthaft ehrlich zu mir bin, scheue ich mich hier weiterzuschreiben…

Wieviel sollte man mit anderen Leuten übers Internet teilen? Oder anders: Was sollte man anderen Leuten übers Internet mitteilen und zu welchem Zweck? Indem ich über mein Leben blogge, bekommen viele Menschen eine Einsicht in dieses – zumindest zum Teil. Aber wozu eigentlich? Wieso sollten sich Leute, die mich nicht einmal kennen, für mein Leben interessieren? Was können die sich da schon nützliches rausziehen? Oder dient ein Blog nur zur Unterhaltung? Mein Leben als großes Theaterstück? Meine Psyche als Darsteller? Indem ich (zuviel?) preisgebe kann ich mich leicht zur Zielscheibe für andere machen… allerdings war mir das am Anfang ja auch egal. Schwindendes Selbstbewusstsein, steigende Selbstzweifel.

Ich könnte oberflächlich bloggen… Heute hab ich soundsoviel gelesen, essen gekocht, etwas sauber gemacht… Aber das wäre sinnfrei – denn das könnte jede beliebige Person schreiben. Wenn schon bloggen, dann mit der Seele. Den Kern des Wesens zeigen (und Angriffsfläche bieten?). Die Leute wollen schließlich was interessantes lesen… Aha. Also doch. Ich möchte, dass mein Blog gelesen und als interessant befunden wird. Und weiter? Möchte ich damit, dass man MICH als Person interessant findet? Ist dies hier alles nur ein verzweifelter Schrei nach Aufmerksamkeit?

Aber das könnte man ja eigentlich dann über jeden Blog sagen. Themenbezogene Blogs wie z.B. über Kosmetik oder Literatur sind vielleicht noch gerechtfertigt. Hier kann man sich schließlich Infos holen. Aber private Blogs? Die nur vom Leben einer Person handeln?

Wie denkt ihr darüber und warum bloggt ihr, falls ihr einen Blog habt?

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5 Kommentare zu “Warum bloggen

  1. Es ist eine Frage, die ja immer wieder gestellt wird.
    Mir persönlich macht es Spaß. Einfach mal so. Mal schreibe ich persönlichere Sachen, mal weniger persönlichere, aber es macht Spaß, Dinge mit der Welt zu teilen, Reaktionen darauf zu bekommen, sich mit anderen austauschen, Artikel anderer lesen, neues lernen/erfahren….

  2. Warum andere Menschen persönliche Blogs Dritter lesen? Weil in den meisten von uns Menschen ein zumindest kleiner Voyeur steckt und man es daher immer interessant findet, Einblicke in das Leben und somit die Privatsphäre eines Menschen zu bekommen. Es ist einfach interessant, wenn man mitverfolgen kann, wie andere Menschen leben, welche Probleme sie haben, wie sie diese lösen, welche Glücksmomente sie erleben etc.

    Stellt sich nun nur noch die Frage, warum man Dinge aus seinem Privatleben (über deren Tragweite man ja immer noch die „Macht“ hat) im Internet veröffentlicht. Manche werden es schlichtweg aus Geltungssucht machen, nach dem Motto: „bei mir lesen X Personen regelmäßig mit, was in meinem Leben so passiert, ich muss also wohl wichtig sein.“ Kann sicherlich auch gut fürs Ego sein, muss also nicht zwangsläufig negativ betrachtet werden.

    Teilweise mag es bei manchen auch zur Selbstkontrolle zwingen. Es gibt ja Leute, die über ihre Abnehmversuche öffentlich im Netz berichten. Dadurch, dass man das nicht nur still im geheimen Kämmerchen macht, erhofft man sich vielleicht, dass man es dann auch nicht so heimlich still und leise aufgeben kann. Auch „sündigt“ man dann vielleicht bei einem leckeren Essen nicht mehr so sehr, da man später eben nicht nur sich und die Waage belügen kann, sondern sich vor der öffentlichen Leserschaft „verantworten“ muss (wenn man es denn ernst meint und nicht ganz plötzlich seinen Blog aufgibt).

    Ein Stück weit nehmen regelmäßige Leser am Leben des Bloggers teil, jedenfalls soweit, wie dieser es zulässt (kommt ja immer darauf an, was man von sich preisgibt). Warum sollten diese Leute daher nicht auch den ein oder anderen guten Ratschlag parat haben können? Manchmal ist es auch egal, wer einem in bestimmten Situationen einfach mal „in den Arsch tritt“, wichtig ist dann nur, DASS es jemand tut. Das können dann auch Leser sein, die einen ein wenig kennen. Oder die einen aufbauen, wenn es nötig ist.

    Manchmal wird der Nachteil der Distanz zwischen Lesern und Blogger dann vielleicht sogar zum Vorteil. Vielleicht gibt es Momente, über die man sich aus Scham oder sonstigen Gründen nicht mit nahen Freunden oder der Familie persönlich unterhalten möchte. Momente, über die man dennoch mit IRGENDJEMANDEM sprechen MUSS, weil man sonst innerlich platzt, daran zerbricht, es einen auffressen würde etc. Da kann das Gespräch mit einem Leser, dem man niemals persönlich begegnen wird, wo aber dennoch eine gewisse, abgeschwächte Beziehung vorhanden ist. durchaus hilfreich sein.

    Das wären zumindest einige der Vorteile, die mir spontan einfallen, wenn ich darüber nachdenke, warum man sein Privatleben (bzw. Teile davon, denn wer schreibt schon wirklich ALLES ins Netz^^) im Internet mit anderen teilen kann.

  3. http://svuechiatrie.wordpress.com/was/lebensgeschichte/

    Ich will Spuren hinterlassen. Wissen, dass das was ich zu sagen habe irgendwo gehört wurde. Ja, ich will Aufmerksamkeit. Für mich, aber auch für die gute Sache. Ich will aufrütteln, schreien, wach machen und zum Nachdenken anregen. Helfen – durch meine Sicht der Dinge. Helfen, dadurch dass ich Dinge ausspreche die sich andere nicht trauen. Das Schweigen der Gesellschaft – wenigstens im Kleinen – durchbrechen. Menschen zeigen wie Therapie und Betreuung aussehen. Wie (normal) das Leben mit psychischen Störungen sein kann. Natürlich möchte ich bejubelt werden. Anerkannt. Und ja, natürlich macht man sich zur Zielscheibe. „Was wird der spätere Chef sagen, wenn er das liest?“ Nun ja… ich möchte bei niemandem arbeiten, der mir daraus einen Strick drehen würde. Weltfremd? Vielleicht… ich nenne es eher weltverbessernd 😉

    Und warum liest man sowas? Warum lese ich andere private Blogs? Zum Mitfühlen, Hilfestellung geben, nette – gleichgesinnte – Leute kennen lernen und natürlich auch um den Voyeurismus zu befriedigen.

    Hätte ich Zeit, würde ich noch mehr schreiben. Vielleicht mach ich das auch morgen noch… 🙂

  4. Musst du natürlich in erster Linie für dich selbst wissen!
    Ich mache es, weil ich es damals als eine noch nicht ausprobierte Möglichkeit von Stress- und Kummerbewältigung ausprobieren wollte. Mittlerweile dient es mir als modernes Tagebuch. Ich mache es „anonym“. Niemand, der mich persönlich oder anderweitig kennt, kennt meinen Blog. Die User, die dazu etwas schreiben, kommen per Zufall drauf. Ein Tagebuch mit Antworten… denn manchmal kommen Fragen auf, die man Personen, die man kennt nicht stellen kann. Aber anonym, muss ich mir keine Sorgen machen. Im Blog hab ich nicht das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen. Im RL jedoch schon.
    Ich lese andere Blogs zwar sicherlich auch als Unterhaltungswert (je nach Blog), jedoch auch um mir neue Strategien ab schauen zu können oder neue Blickwinkel zu entwickeln.

  5. Ich blogge, weil ich die Dinge besser schriftlich benennen kann, weil ich das, was in meinem Kopf steckt aufschreiben will, weil es mir hilft zu sortieren, aufzudröseln und zu verarbeiten und weil ich ein stückweit die anonymität genieße. Es gibt einiges, was ich nicht „direkt“ mit anderen besprechen kann und will, weil es mir unangenehm ist oder weil ich mich schäme. Deshalb schreibe ich.

    Vielleicht schreibe ich auch deshalb weil ich hoffe, andere können für sich etwas hilfreiches oder ermutigendes aus meinen Texten ziehen.

    Ich lese Blogs, weil mich die Erfahrungen anderer Menschen interessieren und, weil ich aus den Sichtweisen der anderen sehr oft etwas positives für mich ziehen kann. Ich mag den Austausch mit anderen Bloggern.

    Das wäre mal so in Kurzfassung das, was mir dazu einfällt.

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