Mein 100. Artikel – eine Ansage

Ich bin zornig – was vor einigen Wochen noch Entäuschung war ist mittlerweile Wut gewichen. Deshalb werde ich meine Gedanken dazu hier freilassen und bin mir sicher, dass sie zur richtigen Adresse finden werden. Erst wollte ich das Alles ganz allgemein halten und es sollte in Richtung „an alle sogenannten „Freunde““ gehen. Aber ich möchte keine Verwirrung stiften – das fände ich Leuten, die mir wohlgesinnt sind unfair gegenüber und so gebe ich es zu:

Ja – dieser Artikel ist für eine einzige Person bestimmt. Was diese Person letztendlich davon hält ist mir (mittlerweile) herzlich egal, denn das wars für mich und ich werde den Kontakt einstellen.

Ich finde Freunde, sollten nicht aufeinander neidisch sein und wenn dies doch mal vorkommt, sollte man nicht versuchen… Nein. Anders. Schließlich bin ich wütend. Ich bin richtig, richtig wütend und genervt. Es nervt mich, dass du dir mit allem was du von mir mitbekommst (was nicht gerade viel ist) ein Bild in deiner kleinen, armseeligen, kranken Welt zusammenbastelst. Nein, das drückt auch nicht das aus, was ich eigentlich loswerden möchte…

Dann eben anders. Ich geben dir einen kleinen Tipp mit auf den Weg: Neid unter Freunden ist kacke! Und eine Freundin deshalb zu hassen und sich über allem aufzuhängen, was sie tut ist einfach nur … (such dir selbst ein Wort aus).

Das ist auch nicht das wahre…

Richtige Worte gibt es dazu wohl nicht außer: Mach und denk über mich was du willst. Mit Freunden wie dir braucht man keinen Feind. Peinlich finde ich nur, wenn man anderen etwas vorwirft, was eigentlich auf einen selbst am meisten zutrifft. Am meisten überrascht mich an dieser Sache nur, dass es offensichtlich tatsächlich Menschen jemanden gibt, der auf mich neidisch ist. Glaub mir – mit mir willst du nicht tauschen…

Fazit: Ich bin immer noch wütend und am liebsten würde ich mit Ausdrücken von „Kleingeist“ bis „fuck you“ um mich werfen. Nebenher frage ich mich „Soll ich das wirklich veröffentlichen? Den Kontaktabbruch für mich somit endgültig machen?“. Ich denke ja.

Das Wochenende und Blaues… in zweierlei Hinsicht

Das Wochenende ist vorbei und ich fühlte mich heute irgendwie matschig. Aber weniger körperlich sondern eher psychisch (ja, ich weiß – darum geht es hier ja sowieso ständig…). Somit war es mir am Nachmittag ganz recht, dass mein Bruder heute nicht vorbei kam und ich mich dem 4. Biss-Band widmen konnte. Es scheint mir aber, als wären meine Reserven mittlerweile wieder aufgeladen und ich hätte eigentlich Lust auf etwas Geselligkeit…

Aber jetzt zum Wochenende – vor allem zum Freitag und zum Konzert:

Es war besser als ich erwartet habe und ich hatte eigentlich auch keine Angst. Was mir aber Probleme bereitete, war das Stehen und so war ich froh, dass es in diesem Burggarten, wo die Konzerte stattfanden, eine Art „große Steinstufe“ gab auf der ich mich dann niederlassen konnte. Die Dudelzwerge waren wirklich toll. Ich hatte die als instrumentale Marktmusik in Erinnerung… Aber da muss ich sie wohl mit irgendner Band mit ähnlichem Namen verwechseln, denn die Dudelzwerge die in Parsberg spielten, waren sehr toll. Es machte mir nicht mal etwas aus, dass es während deren Auftritt regnete und wir keinen Schirm oder Kapuzen dabei hatten. Musik hören und im Regen stehen macht mehr Spaß als ich dachte : ) und ich fand die Stimme des Sängers so toll. Ja – ich bin mir sicher, dass Emilia Noir ein Kerl ist… Ist doch so, oder? Außerdem ist die Stimme derer vom Subway to Sally-Sänger (nachgoogle…) ah.. Eric Fish (wie peinlich, das sollte eigentlich klar sein) total ähnlich. Und ich steh ja auf feminime Männer – ich hab da ein Auge für : D. Beim Stichwort „Männer“ sei erwähnt, dass dieses Minifestival ein wahres Augenweiden-Eldorado für mich war *gg*. Überall langhaarige, männlichen Schönheiten. Aber was mich erleichtert und vor allem glücklich macht ist, dass ich zwar gerne kuk, aber Martin niemals eintauschen wollen würde.

Weiter im Text: Die Überraschung des Abends war für mich die Band Nachtgeschrei. Betitelte ich sie im letzten Artikel noch als „schnarchig“, so möchte ich das jetzt unbedingt wieder zurücknehmen. Ich hab mir ja nur ein paar Lieder auf youtube von denen angehört und die vermitteln bei weitem nicht das , was Sänger „Hotti“ gefühlsmäßig abliefert – für mich ist dieser Mann der Inbegriff des „tragischen Helden“. In der Stimme, den Texten und überhaupt der ganzen Musik liegt soviel Seele und Herz und Schmerz – total toll. Ich bin sehr begeistert.

Die Band die mich hingegen am wenigsten hingerissen hat, waren tatsächlich Feuerschwanz, wegen denen ich eigentlich hin bin. Nach den tiefgründigen Texten von Nachtgeschrei gingen mir diese „Rund ums Saufen“-Lieder von Feuerschwanz nur noch auf den Keks und mit ihnen diese ganzen betrunkenen Schwachköpfe. Ich meine.. wieso geh ich aufn Konzert und besaufe mich. So krieg ich doch gar nichts mehr mit von den Bands und mit tanzen (zumindest dem Tanzen, das vorzeigbar ist) ist es dann auch vorbei. Aber naja… vielleicht bin ich mit einer solchen Einstellung fehl am Platz auf Mittelalter- und Metalveranstaltungen (was ich schade finde). Übrigens möchte ich damit nicht sagen „Jeder der Alkohol trinkt ist dumm“!!! Ich selbst (be-)trinke (mich) auch gerne von Zeit zu Zeit. Aber niemals so, dass ich mich derart vergessen würde. Hier möchte ich einen Satz anfügen, den Erbse mal sagte: „Alkohol ist halt so n bisschen das Gleitmittel der Gesellschaft.“ Und ich finde: In Maßen ja.

Ach das hab ich ja noch gar nicht erwähnt. Bei dieser Veranstaltung war noch ein kleiner Mittelaltermarkt dabei und ich wurden sogar mal fündig. Normalerweise gefallen mir Sachen, die mir entweder nicht passen (meist Ringe) oder wunderschöne Dinge, die mein Budget leider überschreiten (wobei ich immer noch um diesen sagenhaften hölzernen Einhornsockel für an die Wand trauere. Das war wie so n kleines Regal. Da war unten das filigran geschnitzte Einhorn und das kam so aus der Wand raus und oben war n kleines Regalbrettchen drauf. Ich sah das Ding und konnte mir schon bildhaft vorstellen, wie meine Nazgulpferdekopf-Büste draufsteht. *seufz*…) Gna -.- ich schweife schon wieder ab. Lange Rede kurzer Sinn – ich hab ner supernetten Händlerin nen Anhänger aus Silber mit nem eingefassten Lapislazuli abgekauft. Ich finde mit 15 Euro hab ich da n richtiges Schnäppchen geschlagen, zumal der Anhänger hinten ne Nadel hat und man ihn so auch als Brosche verwenden kann. Und für 5 Euro hab ich dann noch ne silberne Kette dazu bekommen. Und jetzt seht und staunt : ):

Schärfer hab ich das Bild leider nicht hingekriegt. Aber der Rahmen ist mit lauter kleinen Steinchen besetzt und auch das Blumenornament, das über den Stein verläuft. Ich muss ganz ehrlich sagen – so glücklich und stolz und… entzückt war ich lange nicht mehr über etwas, dass ich mir gekauft habe : ). Es ist so wunderschön *schmacht*. Und Möchi erinnerte mich dann noch dran, dass ich ja jetzt schon das erste Stück für mein Hochzeitsoutfit hätte – etwas blaues… *quietsch*… hachja… (auch wenn diese erst in zwei Jahren stattfinden kann, bin ich schon fleißig am Eindrücke sammeln und planen <3).

Zimtkeks am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Da ich ja hier nicht immer nur jammern und nölen will – es geht mir wieder besser. Eigentlich schon seit gestern. Also… zumindest wenn ich alleine bin, bin ich ganz friedlich. Wenn ich mit Menschen zusammentreffe, dann stößt mir Gesagtes oft auf – aber besser, als rumzuheulen.

Aber heute bin ich eigentlich ganz Stolz auf mich. Ich hab heute keinen einzigen Caramel-Cappuccino getrunken (wo ich an anderen Tagen bis zu drei Tassen trinke). Dafür hab ich ne andere Lösung gefunden. Gestern hab ich nämlich Zimt-Cookies gebacken und die sind zwar wie immer etwas verkrüppelt, aber gerade das gibt ihnen diesmal Charme, wie ich finde. Die haben irgendwie so ein Tim Burton-mäßiges Muster ❤ wunderbar, nicht?

Also, wo war ich stehen geblieben? … … Ja – beim Essen. Jedenfalls hab ich mir gedacht, ich versuch heute einfach mal, den „Kaffee“ wegzulassen und dafür Tee zu trinken. Und zum Tee hab ich mir einen Zimtkeks genehmigt. Das schmeckte richtig toll. Ich frage mich nur, ob so ein Keks weniger Zucker hat als so ne Cappuccinomischung. Wenn ja, dann wäre das toll – damit könnt ich nämlich leben. Mittag hab ich nur nen Tee getrunken und vorhin zum Abendessen gabs noch nen Keks zum Tee. Also hab ich mich heute an meinen Methabolic-Plan gehalten und hab zwei Kekse dazu gegessen. Tee trink ich seit Anfang des Jahres sowieso komplett ungesüßt. Ich hätte das niemals für möglich gehalten – aber wenn man sich mal daran gewöhnt hat, will man den gar nicht mehr süßen.

Morgen sind wir dann in Parsberg aufm 2. Nordgavia Spectaculum und ziehen uns n Konzert der Dudelzwerge, von Nachtgeschrei und von Feuerschwanz rein. Das Ganze geht zwei Tage – wir sind aber wohl nur morgen dort und außerdem ist da der Mittelaltermarkt nur für die Konzertgäste offen…
Die Dudelzwerge sind für mich weniger von Bedeutung und Nachgeschrei kenn ich kaum… Soweit ichs von Youtube her beurteilen kann, sind die irgendwie… schnarchig. Aber ich freu mich auf Feuerschwanz. Die hab ich schon einmal live gesehen und das macht richtig Spaß… …wenn man schon nen gewissen Pegel hat : ).

Mja.. und das Kleidungsproblem hab ich auch mehr oder weniger gelöst. Ich werd ne Hose und n Oberteil anziehen (ja.. tatsächlich – glaubt es nur) und unter das Oberteil zieh ich mir ne Nylon-Ärmel-Konstruktion. Das ist im Endeffekt ne Nylonstrumpfhose, bei der der Zwickel und die Füße abgeschnitten sind. Mitm Rasierer drüber gefahren entstehen dann Löcher, die aussehen, als wär das n uraltes zerschlissenes Teil – so Enden die meisten meiner Strumpfhosen, denn man kann nie genug „Drunterziehärmel“ haben. Ja… Ich denke so bin ich einigermaßen zufrieden. Und so werd ichs dann wohl auch am WGT machen.

P.s. Ich kann leider keinen Met (mehr) trinken. Seit meiner Met-Wohungseinweihung verwehrt mir mein Magen die Aufnahme.

Matte Zeiten

Gestern hatte ich schon wieder ne Panikattacke. Wenn auch „nur“ in ner abgeschwächten Form. Warum? Weil ich Spontan-Besuch bekam und mich das völlig aus dem Konzept brachte, weil ich mich gerade in einer „Was esse ich zu Abend“-Krise befand.

Mja.. und heute fühl ich mich schon wieder ziemlich kacke. Hab mein WGT-Outfit nochmal anprobiert und mein Mittelalterkleid für das Feuerschwanz-Dudelzwerge-Nachtgeschrei-Konzert am Freitag und ich fühle mich in keinem dieser Kleidungsstücke wohl. Fühl mich wie ne Presswurst und es sieht auch, vor allem im Brustbereich, so aus. Hätte ich mich an meinen Essensplan gehalten, würde ich jetzt wie geplant reinpassen. Aber ich hatte wieder nicht genügend Disziplien und jetzt pass ich eben grad so rein und fühl mich absolut unwohl. Also werd ichs nicht anziehen. Aber in normalen Klamotten aufn Konzert oder gar aufs WGT? Das ist ja wohl n Witz… Dann seh ich aus, als hätte ich mir mal eben schwarze Klamotten geliehen um einen auf Grufti zu machen : (.

Ich möchte mich ins Bett unter die Decke zurückziehen und warten bis alles vorbei ist… Ich möchte

x nicht aufs Konzert
x nicht aufs WGT
x gar nicht erst raus
x nicht mehr essen
x keine Rezension schreiben
x mich um nichts kümmern müssen
x hemmungslos den Klos in meinem Hals wegheulen
x aufhören zu existieren

Im Grunde genommen einfach nur warten, bis ich in die Klinik aufgenommen werde… Falls ich überhaupt genommen werde. Ich hab irgendwie keine Kraft für irgendwas und am leichtesten fällt es mir, wenn ich dasitzen und vor mich hinkuken kann. Meistens Schlaf ich davon dann ein und es vergehen ein paar Stunden, die ich sonst mit qualvollem vor mich hinleben verbracht hätte.

Anatomie einer Panikattacke

Ich fühle mich mies. Wir wollten gerade einkaufen fahren und es entstand eine Panikattacke. Ich bin mir nicht sicher, wann der Startschuss dazu gegeben wurde. Entweder schon, als wir noch daheim waren und mich Martin etwas unwirsch anging und ich daraufhin traurig den Kopf einzog, weil ich keine Muse für eine Konfrontation hatte oder spätestens dann, als ich bei den Glascontainern ein ziemlich fettes Mädchen sah, das einen extrem großen… Arsch hatte und ein großes Bandshirt trug, das sie beinahe komplett ausfüllte. Dabei wirkte es, als hätte sie keinen BH an, was sie aber schätzungsweise doch hatte (bei so einem Gewicht ist ein BH unerlässlich) und das Gesicht war durch ein extremes Doppelkinn entstellt. Mich auf der sicheren Seite wähnend fragte ich Martin, ob ich so schlimm aussehen würde und er meinte „Ja… könnte schon hinkommen.“ Spätestens da war der Grundstein für das Desaster gelegt.

Die Aussage wirbelte durch meinen Kopf, bis ich schließlich trotzig hervorbrachte, dass ich gar nicht so schlimm aussehen würde und er sagte, er habe das Mädchen nur flüchtig angesehen. Wir fuhren weiter in Richtung Bank und plötzlich sah ich irgendwie nur noch fette Leute auf den Gehsteigen. Ich fühlte mich langsam irgendwie unbehaglich und sagte, dass ich lieber wieder heim wollen würde und er meinte „Ja ok… lass mich nur noch schnell Geld abheben.“ Ärgerlich darüber, dass er einfach so klein bei gab beobachtete ich eine  dicke Frau am Automaten. „Immer wenn ich dicke Menschen sehe, sehe ich darin mich…“ Seine Antwort: „Du solltest aufhören, dich mit anderen zu vergleichen.“ Wir kamen dran und ich beobachtete eine andere korpulente Frau, die durch den Regen zu ihrem Auto rannte. Hinterher rannte ein ganz ansehnlicher, schlanker Typ. Mir kam wieder der Wortwechsel von vor ein paar Minuten an der Ampel in den Kopf… „Was willst du eigentlich mit mir…“, „Ich liebe dich.“, „Aber ich bin nicht schön…“, „Doch – du bist schön.“ Aber ich weiß, dass er damit nur mein Gesicht meint und das genügt mir nicht.

Nachdem wir Geld abgehoben hatten, fuhren wir weiter und er ordnete sich auf der Spur Richtung Geschäfte, anstatt in Richtung nach Hause ein. Ich fragte mich, ob er meine Aussage schon wieder vergessen hatte und schaute nervös zwischen ihm und der anderen Spur hin und her. „Willst du jetzt heim?“ … … „Ich… …weiß es nicht.“ Weinerlichkeit im Anmarsch. Er fährt weiter in Richtung Läden. Mir wird immer unwohler. „Bitte fahr mich heim…“ – „Jetzt sind wir schon so nah… du kommst jetzt einfach mit einkaufen.“ Ich beginne schneller zu atmen. „Nein! Ich kann nicht!! Bitte! Heim!“ – „Du schaffst das schon. Ich bin ja dabei.“ Jetzt fühlt es sich an, als würde etwas in meine Kehle stecken – der berühmte Klos im Hals ist da, Tränen beginnen zu fließen. „Martin! Ich schaff das nicht! Ich muss heim! Alle kuken mich an!!“ – „Aber jetzt sind wir doch schon da. Wir lassen dir noch etwas Zeit zum beruhigen und dann gehen wir rein.“ Ich fühle mich mittlerweile, als wäre ich nackt. Viele Leute sind auf dem Parkplatz unterwegs. Ich verstecke mein Gesicht hinter einem Teil des Gurtes und flehe „Wenn du mich liebst, dann bringst du mich heim!“ – „Im Gegenteil. Ich liebe dich und weiß, dass du es schaffst. Du hast es in den ganzen letzten Wochen auch geschafft.“ Ich heule weiter, verstecke mein Gesicht mittlerweile hinter einer Hand „Bitte… Heim…“

Und schließlich gibt er nach. Wir fahren weiter. Und ich weine weiter. Es fühlt sich an, als hätte ich einen großen Stein im Hals, so schmerzt meine Kehle. Ich äußere dies und bekomme zur Antwort, dass er das nicht ernst nehmen kann. Es sei irrational. Der Schmerz sei psychosomatisch durch die Panikattacke. Ich denke erbost „Als ob ich das nicht selbst wissen würde..“ und der Prozess der Scham setzt ein. Den Rest des Heimwegs presse ich mir beide Hände vors Gesicht, weine weiter. Auf die Frage ob ich meinen Schlüssel dabei habe, kann ich nicht antworten, obwohl ich die Antwort kenne. Das simple „Ja“ findet den Weg von meinen Gedanken aus einfach nicht nach draußen. Dafür steigere ich mich jetzt auch noch in „Wir könnten einen Unfall haben“ hinein. Die Tatsache, dass ich mir die Augen zuhalte verstärkt den Effekt noch. Und endlich stehen wir vor unserem Haus. Ich weine immer noch, beginne mich jetzt zu hassen und bin nicht einmal mehr in der Lage alleine aus dem Auto zu steigen, bin wie gelähmt und schäme mich, weil ich weiß, dass Martin so langsam ärgerlich geworden ist.

Nach weiteren dramatischen Minuten stehe ich alleine in der Wohnung. Ich ziehe mir die Stiefel aus,  bin tierisch wütend auf mich und fühle mich gleichzeitig sehr verletzlich. Ich habe das Bedürfnis mir wehzutun, auszuflippen und zu kreischen. Aber dazu bin ich zu feige – also gehe ich zu Morli, die auf dem Fensterbrett liegt, hebe sie hoch und drücke mein tränennasses Gesicht in ihr tröstlich nach Katze duftendes Fell. Obwohl das nur kurz möglich ist, weil sie dann gleich wieder ganz dringend weg muss und sich freistrampelt, hilft es mir ein bisschen. Dann fresse ich eine verdammte Nussecke, trinke Wasser und zieh mich mit meinem Tagebuch ins Bett zurück, wo ich mich geborgen fühle, um die Panikattacke zu rekonstruieren, was mir offenbar gelingt bzw. gelungen ist.

Jetzt fühle ich mich zwar noch etwas angeschlagen, habe mich aber zumindest beruhigt. Gedauert hast das Spektakel in etwa eine Stunde.
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Tagebucheintrag am 21. Mai 2011

Randnotiz am Freitag

Ich danke euch erstmal für die Kommentare zum letzten Artikel, die mich beruhigt und mir gezeigt haben, dass ich kein schlechtes Gewissen haben muss.

Deshalb und weil die Sonne scheint uuund weil der Liebste demnächst heimkommt und weil ich es außerdem geschafft habe Staub zu wischen und zu saugen… geht es mir ganz gut. Ich traue mich sogar ganz leise sagen „Ich bin gerade glücklich.“

Gestern hab ich wieder gebacken. Diesmal Nussecken und davon gegessen hab ich auch nicht viel. Es gilt wieder: das Machen macht mir mehr Spaß als das Essen. Das ist wohl, wie ich gestern schon zu Erbse sagte, ein bisschen mit Kindern zu vergleichen – nur dass man diese für gewöhnlich wohl nicht verspeist  – weils keinen Spaß macht (denke ich zumindest) *gg*. Eigentlich sind die Ecken ganz gut geworden. Nur unten ist der Boden schon wieder etwas verbrannt -.-… Ich muss meinen Ofen wohl erst noch etwas besser kennenlernen. Mja.. und formschön sind sie auch wieder nicht geworden. Mein Gebäck sieht immer ein bisschen obdachlos und verkrüppelt aus… Hier der Beweis:

Achja – außerdem hab ich nicht nur diesen einen Teller gemacht sondern drei davon. Und heldenhaft wie ich bin, hab ich die frisch schokolierten Ecken auf den Teller gelegt, so dass man hinterher beim Essen die Ecken der Nussecken abreißt, weil die Schokolade am Teller festklebt. Ja – ich bin die Super-Bäckerin : D. Zwei Teller sind noch übrig geblieben von gestern – Marco, Sabrina und ich trafen uns nämlich zum Unterschichten-TV-kuken, sprich Frauentausch ansehen. Aber die beiden bringen immer nur nen kleinen Hunger mit -.-…

Yay Schatz trifft gerade ein ❤

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende : ).

P.s. Ich liebe Zeraphine

Nicht kompatibel mit der Gesellschaft?

Ich hab hier noch eine Thema gespeichert, über dass ich eigentlich einen Eintrag schreiben wollte. Die Überschrift lautet „Wo hört der Selbsterhaltungstrieb auf und wo fängt Egoismus an?“… aber es fällt mir derart schwer das alles auszuformulieren, dass ich es lasse und die Frage in den Raum stelle. Vielleicht kann ich mich besser ordnen, wenn ich einige Meinungen dazu gelesen habe.

Also:

Wo hört der Selbsterhaltungstrieb, bzw. der sogenannte „gesunde Egoismus“ auf und wo fängt der Assi-Egoismus an?

Ich stelle mir diese Frage nicht einfach mal so – sondern aus einem gegebenen Anlass. Ich möchte das Thema nicht auseinandertreten, da im Endeffekt ja nicht nur ich in diese Geschichte involviert bin, sondern auch eine zweite Person. Aber im Endeffekt stelle ich mir die Frage, ob ich, wenn ich meine Sozialangst für einen Augenblick überwunden habe, die „Früchte“, also den sozialen Kontakt, auch genießen darf oder ob ich mich stattdessen um andere Sozialphobiker, denen es nicht gelang Anschluss zu finden, kümmern sollte.

>> Mein „therapierter Geist“ sagt mir „Klar darfst du das genießen. Es ist schließlich ein großer Fortschritt, wenn du dich überwindest, nicht wegrennst und Erfolg hast.“
>> Und mein unsicheres, mit Vorwürfen belastetes Gewissen sagt: „Du würdest dich selbst auch Scheiße fühlen, wenn du ängstlich in der Ecke sitzen würdest und jemand, der die gleiche Krankheit hat wie du, diese stattdessen überwindet und mitten im Geschehen ist.
>> Und dann kommt dieser Teil in mir zu Wort… von dem ich nicht weiß, ob er der gesunde oder der asoziale Egoismus ist und sagt: „Du hast dich bemüht Anschluss zu finden und es hat geklappt. Das ist ein Erfolgserlebnis, das du mit gutem Recht genießen darfst. Im Endeffekt ist man selber Schuld, wenn man sich ängstlich in die Ecke zurückzieht und nicht tapfer ist, so wie du es warst.“
(>>) Aber wenn ich mich in die Lage der anderen Person versetze und mir denke, dass jemand das zu mir sagen würde, könnte ich heulen und wäre wohl supertraurig und enttäuscht. Ich würde mich allein gelassen fühlen.

Was ist denn richtig!?

Wenn ich es mir recht überlege und ganz ehrlich zu mir bin, will ich oftmals gar keine Rücksicht auf Schwächere nehmen. Ich sehe und fühle mich selbst als schwächstes Glied unter Freunden und wenn mir dann mal etwas gelingt und ich über meinen Schatten springe, möchte ich das voll und ganz auskosten. Es fällt mir am leichtesten, nur an mich zu denken und vielleicht noch an Martin, weil er einfach ein Teil von mir ist. Aber dann wars das auch schon. Denn wenn ich noch an andere denke und mich da reinversetze, fühle ich mich nach kurzer Zeit überfordert, bin sozusagen in einem Interessenkonflikt.

Im Gegenzug dazu erwarte ich aber von Freunden, dass sie meine Gefühlsregungen tolerieren. Dass sie es tolerieren, wenn ich aufgedreht bin, dass sie es tolerieren, wenn ich meine Ruhe brauche und alleine sein oder einfach schweigen möchte… und es gibt tatsächlich eine Hand voll solcher Personen, die mir diesen Luxus gönnen (Leute, ich danke euch so sehr dafür – ihr, die ich meine, wisst sicher, dass ihr gemeint seid, M., M., T., C., B.).

Leute, die ich eigentlich zu Freunden zähle, die mir dies nicht gestatten, fallen ziemlich schnell in meiner Gunst und landen unter der Kategorie „Bekannte“ oder bei Auseinandersetzungen gar bei „lieber aus dem Sinn verdrängen“. Früher hab ich mich ewig mit Leuten herumgestritten, heute fehlt mir die Kraft, der Nerv und die Muse dazu. Ich bin bei der Einstellung angekommen „Leute begleiten uns einen Teil des Weges, aber im seltensten Fall für sehr, sehr lange Zeit oder gar für immer“. Damit geht es mir etwas besser und es lindert meinen Schmerz bei dem (ja eigentlich selbst herbeigeführten) Verlust etwas.

Ich fühle mich matt… Weiß nicht so recht, ob meine Einstellung richtig ist. Was ist denn richtig? Ich meine so richtig richtig… Gibt es DIE richtige Einstellung? DEN perfekten Menschen, der ich eigentlich gern sein würde? Mein Kopf sagt „Nein, mach dir keine Sorgen„… mein Herz sagtUnd wenn doch? Dann bin ich unzureichend…was eine meiner größten Ängste ist…