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Die Klinik-Entscheidung

Nachdem ich Freitag zum Glück noch kurzfristig einen Termin bei meiner Therapeutin, Frau N., bekommen habe, hab ich sie gefragt, ob sie denn denke, dass es mal wieder Zeit für einen Klinikaufenthalt wäre. Naja – sie meinte dann, das hatte sie schon im Kopf gehabt, als ich so dringend einen „außerterminlichen Termin“ bei ihr wollte.

Mir ging der Gedanke schon seit Donnerstag durch den Kopf, auch wenn ich ihn nicht so recht annehmen wollte. Ich fühl ich aktuell daheim nicht besonders gut aufgehoben. Ich komm nicht in die Gänge, Martin schmeißt den Haushalt gezwungenermaßen ohne mich. Denn ich fühle mich zwar nicht in der Lage irgendetwas zu tun, aber trotzdem total unwohl, wenn nichts getan wird. Am liebsten würde ich 24 Stunden im Bett verbringen – ich fühl mich nur dort einigermaßen sicher und wohl. Dann kommen aber wieder Gedanken auf wie „faule Sau“ und ich fühl mich nicht mehr wohl dort, weil ich weiß, dass es eigentlich falsch ist.

Die meiste Zeit flüchte ich mich ins Lesen. Wenn ich mich mit dem Geist in irgendwelchen anderen Welten herumtreibe, gelingt es mir wenigstens, dass ich meine aktuelle Situation vergesse und die meiste Zeit gelingt es mir, mich auf die Buchstaben zu konzentrieren.

Um zum Thema zurückzukommen:
Mama rief heute Früh in „meiner“ Klinik an, in der ich 2007 und 2009 schonmal war und sagte dort eben, dass es akut wäre und so bekam ich kurz vor Mittag nen Anruf, des Oberarztes Dr. R., der beim letzten Mal für mich „zuständig“ war. Hab ihm also alles erzählt und er meinte er hätte frühestens in 2-3 Wochen ein Bett für mich frei…

Ich weiß, ich sollte mich nicht beschweren, denn viele andere müssen über ein halbes Jahr auf einen Klinikplatz warten und ich habe auch gehört, dass zur Zeit um die 600 Patienten auf der Warteliste dieser Klinik stehen… aber am liebsten würd ich noch gestern dort hin. Ich fühl mich hier so sinnlos, als würde ich meine Zeit mit depressiv sein vergeuden.

Alternativ könnte ich schon nächste Woche in die Klinik, die nur 15 Autominuten von hier entfernt ist und in der ich auch ambulant Therapie habe. Eigentlich wäre das viel einfacher, denn Martin könnte mich regelmäßig besuchen und ich könnte am Wochenende heim. Die andere Klinik ist über zwei Autostunden von hier entfernt und liegt in Niederbayern. Aber trotzdem will ich lieber dort hin, denn dort kenn ich die Ärzte und das Pflegepersonal schon, genauso wie den Tagesablauf und die Anwendungen, wie die Zimmer aussehen, wo alles ist… Wichtig für einen Kontrollfreak wie mich -.-… Zu dieser Klinik bin ich damals, 2007, gekommen, weil Mama in der Nähe wohnt.

Nun grüble ich… Soll ich vielleicht doch lieber in die Klinik hier in der Nähe? Was mich davon abschreckt ist, dass es sich dabei um ein sehr großes Gelände handelt, auf dem wirklich -alles- behandelt wird. Von „Wunderlichkeit im Alter“ bis hin zu Kandidaten für die geschlossene Abteilung. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich mich dort mit meiner Sozialphobie wohl fühlen werde, wenn ich auf dem Gelände auch „richtig Verrückten“ begegnen kann. (Gott klingt das scheiße von mir…). Andererseits hab ich keine Ahnung was ich in den 2-3 Wochen Wartezeit treiben soll. Ich kann doch nicht fast nen Monat im Bett verbringen…

Keine Ahnung : (…

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10 Kommentare zu “Die Klinik-Entscheidung

  1. Mhm… also erstmal… du kannst schon 2-3 Wochen im Bett verbringen. Es ist zwar doof – kenn ich ja selbst – aber es geht. Und wenn es das ist was du gerade brauchst – weil nichts anderes geht – dann ist das halt so. Ändern kannst du eh nichts dran… weil egal wozu du dich zwingen würdest, es würde dich entweder fertig machen oder noch mehr frustrieren 😉

    Was die Klinik angeht… bist du in „deiner“ Klinik jedes Mal weiter gekommen? Kamst du dir gut aufgehoben vor, oder ist es „nur“ die Gewohnheit? Mal ganz davon ab, dass ich eine Klinik in der „einfach alles“ behandelt wird auch höchst suspekt finde, weil man sich einfach nicht so öffnen kann wie man es tut, wenn man nur unter seinesgleichen ist… finde ich die Antworten auf die Fragen einfach wichtig. Wenn du bisher gute Erfahrungen in der Klinik gemacht hast, dann warte die 2-3 Wochen. Da weißt du was du hast. Wer sagt dir, dass dir die Zeit in der anderen Klinik überhaupt wirklich was bringt? Und dann hast du zwar sofort nen Platz, aber vertrödelst dort irgendwie deine Zeit, weil es dir einfach nicht hilft… 😉

    • Das erste Mal hat mir viel gebracht, das letzte Mal kam ich mit der mit zugeteilten Therapeutin nicht klar und danach gings mir noch mieser. Allerdings sagte der Arzt am Telefon, diese Therapeutin wäre nicht mehr auf „meiner“ Station. Somit ist ausgeschlossen, dass ich sie nochmal krieg.

      Gewohnheit ist sicher ein Aspekt, aber wohl auch, weil ich die herzliche, familiäre Atmosphäre dort sehr mag.

      • Ich habe z.B. nach meinem 2. Aufenthalt beschlossen nicht mehr in „meine“ Klinik zu gehen. Einfach weil die dort zwar alle sehr nett sind, aber keiner wirklich mehr als an meiner Oberfläche kratzt… Ich kriege nicht die Antworten und Hilfen die ich brauche… und was die mir sagen weiß ich alles schon… Es wäre halt eher bezahlter Urlaub als Therapie… und das auch noch mit fremden Menschen… ^^

        Ist halt die Frage, ob die herzliche, familiäre Atmosphäre dir hilft. Ob es einfach um „erholen“ und „auffangen“ geht… oder ob du einen Schritt vor machen möchtest… und das da auch können wirst… Blöd, dass man so Entscheidungen immer dann treffen muss, wenn man eigentlich gar nicht mehr die Kraft dazu hat… :/ Ich wünsch dir alles gute bei der Entscheidungsfindung…

  2. Ich kann zwar zum Thema Klinik und so nicht sagen aber ich kann dir trotzdem die Daumen drücken.
    Und pass mir gut auf meinen Anhänger auf 😉

    Greez

  3. Also 2-3 Wochen warten klingt für mich besser, als eine ich nenne es mal zweite Wahl Klinik…auch wenn das unangenehm ist solange nichts zu tun, kommt es mir so vor als würde sich das Warten ehr lohnen.
    Nimm dir einfach die Zeit, die du brauchst, ich finde das nicht schlimm =)

    liebe Grüße

  4. Hmm.. schwierig.
    Vielleicht solltest du einfachmal ganz nüchtern das Therapieprogramm studieren?
    Bzw. : Wie wird therapiert? Ist es individuell/verallgemeinert? Sind die Fachkräfte dort kompetent? Haben diese Psycho-menschen genug Erfahrung mit dem „Krankheitsbild“? Welche Klinik macht einen „besseren“/geeigneteren Eindruck ( mal unabhängig von deiner Tendenz zur bereits bekannten Klinik)?

    Vielleicht erlebst du auch gewisse Enttäuschungen in der „alten“ Klinik, da du es dir eben anders vorgestellt hast, aufgrund der Tatsache, dass du dort schon 2mal warst.

    Ich vermute in der „zweiten Wahl Klinik“ mit dem großen Gelände, gibt es bestimmt Rückzugsmöglichkeiten? Vielleicht weil diese Klinik so groß ist. Ein weiterer Vorteil wäre dann auch, dass diese Klinik wahrscheinlich mehrere Krankheitsbilder therapiert. Demnach vielleicht auch Fachkräfte sich austauschen /beraten /was weiß ich, können?
    Der Nachteil wäre natürlich, dass diese Klinik nicht individuell genug ist (, fand ich bei meiner alten Klinik ziemlich .. ja… ziemlich.. du weißt schon ) ..

    Schau dir doch die Klinik noch einmal an, kostet ja nichts (nur Antrieb :/ ), und versuche Vor und Nachteile der Kliniken abzuschätzen.

    Am wichtigsten ist dein jetziger Zustand bzw du und welche Therapie/Klinik besser für dich geeignet ist.

    Ich wünsche viel Kraft! Du wirst das schon schaffen!

    • Das, was du schreibst klingt sehr vernünftig und der Kopf weiß auch, dass ich das so machen sollte… Nur glaube ich, kann ich dazu keine Motivation aufbringen.
      Mal sehen, vielleicht wirds die Tage noch besser.

  5. Hallo Tanja,

    ich war von Sept. bis Oktober 7 Wochen wieder in der Klinik – mir hat es dieses Mal nix geholfen – häng wieder rum – geh auch nicht mehr raus – nur noch in Begleitung – ab Donnerstag habe ich wieder Therapie bei Frau Dr. T…. aber nur ambulant. Falls Du nach S….. kommst werde ich Dich jede Woche besuchen. Tanja wir schaffen das – irgendwann werden auch wir wieder leben – ich drück Dich ganz fest – auch wir stehen jetzt bald mal auf der Sonnenseite des Lebens. Gruß Wuschel

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