Gedanken ordnen

In letzter Zeit höre ich wieder sehr viel Klaviermusik. Nennt man das Klassik? Neoklassik? Ich weiß es nicht, wie so vieles. Aber es beruhigt mich, den einzelnen Tönen gedanklich zu folgen. Ich lasse mich davon einweben. Jeder Ton besteht aus einer kleinen, perfekten Kugel. Am heutigen Tag sehen diese kleinen Kugeln aus wie Wassertropfen. Aber sie sind nicht nass, sondern schmiegen sich an meinen Körper. Jede einzelne Kugel – jeder einzelne Ton aus diesem anmutigen Instrument, einem Klavier. Ein ganzes Lied bewirkt, dass ich vollkommen umgeben bin von Kugeln. Sie sind wie eine zweite Haut, die mich polstert gegen Angriffe von draußen. So kann ich in ruhe in meiner kleinen Welt, in mir drin, alleine sein und meine Gedanken vorbeiziehen lassen. Es sind viele, verdammt viele.

Gedanken an die heutige Therapiestunde ziehen vorbei… Mir fehlen tiefsinnige Gespräche, doch dieses Thema wurde auf eine andere Stunde vertagt. Zu schmerzlich wird mir bewusst, wie sehr mir diese Gespräche fehlen aber ich weiß, dass Menschen, mit denen man solche Gespräche führen kann, nicht vom Himmel fallen und ich bin zu tief in mich zurückgezogen. Also wurde ein neues Thema angeschnitten – meine DBT-Pläne. Ich möchte eigentlich etwas ändern an meiner aktuellen Situation, aber ich habe furchtbare Angst, wenn ich daran denke, so weit von daheim wegzumüssen um eine DBT zu machen. Meine „Hausaufgabe“ ist nun mir ein Aufnahmegespräch im Klinikum Nürnberg Nord zu besorgen oder besorgen zu lassen. Mama ruft morgen dort an. Nürnberg wäre nur eine Stunde von daheim entfernt, ich könnte an den Wochenenden heim.

Meine Gedanken schweifen weiter… Jedes Wochenende zweimal nach Nürnberg zu fahren würde Sprit kosten. Könnten wir uns das überhaupt leisten? Ich hasse unsere finanzielle Situation. Eigentlich ist mir Geld nicht wichtig, es macht mir nichts aus, wenig Geld zu haben… aber es macht mir etwas aus, wenn dadurch Streitereien entstehen und ich mich schlecht fühle, weil ich diejenige bin, die den kleineren Betrag in den Haushalt einbringt. Immer wenn ich etwas brauche, das nicht in den Lebensmittelsektor fällt, schäme ich mich, es auszusprechen. Ich habe Angst „Ich hab selber nicht mehr viel.“ oder „Kaufs doch bitte von deinem Geld“ hören zu müssen und dann „Ich hab nichts mehr..“ sagen zu müssen. Ich habe keine Schulden und auch genug zu essen und trotzdem legt sich dieses Thema wie eine Schlinge um meinen Hals. Ich bin die Schwächere in der Beziehung, muss um Dinge bitten, verliere die Kontrolle. Meine geliebte Kontrolle. Ohne Kontrolle habe ich nichts, woran ich halten kann, nichts worauf ich mich 100% verlassen kann.

Ein Gedankensprung zu dem Buch, das ich zur Zeit lese (Nicht weit vom Stamm von Oilver Buschmann) und das mir vor Augen hält, wie sich unsere Jugend entwickelt. Bildung ist uncool. In vielen Profilen auf woauchimmer liest man bei „Lieblingsbuch“ die Eingabe „Kann man das essen?“ Wohin soll das führen? Bin ich altmodisch veranlagt, wenn es mir wichtig ist meinen Horizont stetig zu erweitern und mich geistig weiterzuentwickeln? Ist es „cool“, wenn man die deutsche Sprache, die doch so schön ist, verlernt und sich lieber auf „Ghettodeutsch“ beruft alá „Alter, produzier mich nicht, ich weiß wo dein Haus wohnt“ (mal ganz überspitzt gesagt). Und wieso mach ich mir überhaupt darüber Gedanken!? Hab ich nicht weit größere Probleme?

Wieder taucht die heutige Therapieszene vor mir auf…
„Ich habe eine Borderlinepatientin, die war jetzt ganze vier Jahre stabil. Konnte aus dem betreutem Wohnen ausziehen, fand einen Job in diesem Klamottenladen für psychisch Kranke, in der Stadt… und innerhalb weniger Wochen brach sie völlig zusammen. Nichts geht mehr.“
„Aber… das kann doch nicht sein!“
„Das ist Borderline – eine chronische Krankheit, die zwar in den Hintergrund gedrängt werden kann, aber dadurch auch wieder in den Vordergrund treten kann.“
„Aber das ist doch kein Leben… das ist doch Scheiße!“
„Man lebt in den guten Zeiten…“
„Aber man kann sich auf nichts verlassen, nichts planen, weil man immer wieder einknicken kann!“
„Man kann nichts zu 100% vorausplanen.“
Und ich bleibe ratlos zurück… Habe Angst vor meinem restlichen Leben, das wohl niemals Beständigkeit haben wird. Bei dem ich wohl mal der Störfaktor in der Kernfamilie sein werde. Bei dem ich von meinen Kindern dann mal als schwächstes Glied in der Familienkette angesehen werde und wenn ich Pech habe den ganzen Scheiß noch an meine Kinder weitergebe. Ein Erbe, das zu 70% sicher ist – braucht man nur noch einen inkompetenten Menschen, der das Ganze auslöst. Und da bin ich auch schon wieder… Wie ein Kasper mit Feder, der aus ner Kiste springt – bereit Chaos zu verbreiten.

Der Soundtrack zu meinen Gedanken ist in Wirklichkeit nicht das Lied vom Anfang des Textes, sondern dieses hier – ich kann es kaum fassen es gefunden zu haben, aber haargenau so klingt Borderline

Wie ein kleiner Kieselstein im Schuh, der mal an die Seite rutscht, so dass man ihn garnicht fühlt, nur um dann beim nächsten Schritt direkt unter die Ferse zu rutschen und man sich auf die Zunge beißt um nicht vor Schmerz aufzuschreien…

WGT-Euphorie

Gestern hab ich beschlossen, heute wieder mit Methabolic Balance anzufangen. Denn ab heute sinds noch genau 4 Wochen bis zu meinem Geburtstag und rund 10 Wochen bis zum WGT. Und anstatt den guten Vorsatz über Nacht wieder zu vergessen, wie in den letzten Wochen, hab ich heute tatsächlich damit angefangen. Also hab ich jetzt schon das richtige Frühstück uuund das richtige Mittagessen hinter mir.

Und daaaarin werd ich dann gut aussehen : ) Also – es passt mir jetzt schon, aber da könnte viel weniger Speck rausgedrückt werden.. Dann kann ich mir die Haare sogar hochstecken und muss se nich offen lassen um das zu verdecken. Zum größermachen anklicken ; ).

Mein allein-o-Wochenende oder allein sein und nicht allein sein

Jap, richtig gelesen. Ich verbringe dieses Wochenende ein allein-o-Wochenende – das „o“ steht für: oja ich liebe Wortneuschöpfungen

Das heißt also: Ich bin allein daheim (das reimt sich ja und was sich reimt ist laut P. Muckl gut, nicht?). Und wenn ich ganz ehrlich bin, gefällt es mir meistens allein zu sein. Ich kann vorm PC sitzen, Kreuzworträtsel machen, lesen, nebenher Musik hören und wenn ich es still haben möchte, dann ist es herrlich still.

Noch vor ein paar Jahren hatte ich immer den Fernseher im Hintergrund laufen, weil mich Stille irgendwie immer „anschrie“. Kennt ihr das? Wenn man da sitzt und die Stille trotzdem total laut und unangenehm in den Ohren ist? Ich weiß nicht wovon das kommt… ist es das Blut, das man in den Ohren rauschen hört? Keine Ahnung. Jedenfalls hab ichs mittlerweile seit längerem gern still. Vogelzwitscher- und Draußengeräusche sind übrigens erlaubt. Wenns nicht grad n laufender Motor oder ne Kettensäge ist – was bei unseren Nachbarn schon mal vorkommt. Sie sägen gerne Holz… mitten in der Stadt… Früher nannten wir sie „die dicken Kinder aus Landau“ (vllt kennt die noch jemand?), aber heute nicht mehr, denn die beiden dicken Kinder sind ausgezogen und nur das Dünne blieb zurück… nerven können sie trotzdem noch.

Ja.. wenns mir gut geht, bin ich in aus-dem-Nähkästchen-plauder-Laune. Zurück zum Thema. Ich hab aber ganz offensichtlich ein Problem mit Veränderungen. Denn wenn Martin da ist und sagt, er möchte am Wochenende zu seinen Rollenspiel-Freunden fahren, mach ich immer ein riesengroßes Theater. Ich interessiere mich so gar nicht für Pen&Paper und frage dann aber trotzdem, ob ich mit darf. Obwohl ich genau weiß, dass er sagt „Nö, bleib daheim. Ich möchte allein fahren.“ Weil er genau weiß, dass ich dort nur aus Langeweile ne Szene machen würde… und ich weiß das auch und möchte eigentlich auch gar nicht mit, weil ich wie gesagt damit nichts anfangen kann. Aber dann mach ich trotzdem ne Szene von wegen „Nie willst du mich wo bei haben“ (was so auch nicht stimmt) und bin dann die ganze Woche vor dem -ende geknickt und brech immer wieder Streit vom Zaun. (…um mich selbst zu bemitleiden? Keine Ahnung.)

Sobald er aber dann weg ist… -> gehts mir prima. Ich vertreib mir die Zeit mit Dingen, die mir Spaß machen und genieße die Ruhe… Wenn ich mal n paar Tage allein bin, hab ich seltener Durchhänger, als wenn Martin daheim ist, oder Freunde zu Besuch sind.

Es ist nicht so, dass ich Martin und meine Freunde nicht gerne um mich hätte (!!!), aber vor allem zur Zeit, zieh ich, wenn ich jemanden um mich hab meistens nen Flunsch, lass mich leicht aufregen, mach Szenen und hab auch so ständig n anderes psychisches Wehwehchen. Oja, ich bin ne unangenehme Verlobte und Freundin! Auch wenn ihr sagt, ihr findet das nicht so schlimm – ich weiß dass ich mich oft echt dämlich benehme…

Ich hab aber keine Ahnung, warum ich oft so mies drauf bin, wenn ich Gesellschaft hab und übrigens hab ich meistens das Bedürfnis zu essen, wenn ich nicht alleine bin. Ist das vllt ne Übergangshandlung? Bei Katzen ist das ja so, dass sie oft Übergangshandlungen machen. Die sitzen da, fahren auf einmal zusammen, lecken sich kurz wie bekloppt das Bein und gehen dann los. …irgendwie witzig, wenn ich mir vorstelle, dass ich das genauso machen könnte : D…

Quassel, quassel, quassel… Ja, man merkt dass ich allein bin – denn so hab ich niemanden zum vollquatschen und muss meinen geistigen Dünnschiss hier ablassen.

Glückwunsch, wer tatsächlich bis zum Ende kam – zur Belohnung Musik. (hat was „him-iges“, nicht?)

Freitäglicher Freitagsfüller

1.  Tief durchatmen und abwarten.

2. Ich fand Männer mit Bärten eigentlich immer total unansehlich – jetzt bin ich mit einem Mann mit Bart zusammen und ich finde, er steht ihm – und darum sagt man : „sag niemals nie“!

3.  Was ist wenn ich niemals gesund werde?

4. Von Zeit zu Zeit habe ich Sushi-Gelüste .

5. Mein Blog existiert schon seit über einem halben Jahr… Ich bin überrascht – normalerweise beweise ich nicht so das Durchhaltevermögen.

6. Das WGT wird für mich wie ein Kurzurlaub.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen eventuellen Freundeabend (?), morgen habe ich nichts geplant und Sonntag möchte ich Hüüüühnchen essen!
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Ich wünsch euch ein schönes Wochenende…

Hallo Frühling <3

Da ich hier nicht immer nur jammern möchte, vermelde ich hiermit, dass es mir heute ganz gut geht – zumindest bisher. Vorletzte Nacht haben wir das erste Mal in diesem Jahr bei gekipptem Fenster geschlafen und obwohl ich einige Male aufgewacht bin, wars toll. Bei Vogelgezwitscher dösen ist einfach schön.

Letzte Nacht hatte ich mich dann schon eher an die Geräusche der Nacht gewöhnt und bin nicht ganz so oft aufgewacht. Außerdem verströmt das Wetter (?) irgendwie gute Laune und hat ne gelb-hellgrüne Aura. Und so hab ich es heute geschafft, zwei Stunden früher als gewöhnlich aufzustehen. Also um 11.

Ich nehme zwar an, dass sich später trotzdem wieder zeitweise ein depri-Schleier über mich legen wird, aber bis dahin genieße ich die gute und leichte Stimmung <3. Ich wünsch euch einen schönen Frühlingstag…

Freitagsfüller

1. Die Ereignisse in Japan berühren mich schon, aber ich hängs nicht an die große Glocke.

2. War n blöder Tag gestern.

3.  Energiesparen  tu ich wohl, seit ich kaum mehr fern sehe – früher lief der immer im Hintergrund.

4. Irgendso n Lied von *nachgoogle* Take That ist mein aktueller Lieblingssong im Radio .

5. Zur Einstimmung auf den Frühling habe ich auch mal gute Tage – wenn die Sonne scheint.

6. Schokobadezusatz ist Balsam für Leib und Seele.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Martins Heimkehr von der Arbeit, morgen habe ich ihn beim Wocheneinkauf zu begleiten geplant und für Sonntag habe ich noch keine Wünsche!

Der nächste Windstoß…

…kommt offenbar heute, nachdem es mir gestern ziemlich gut ging.

Das Ganze fing schon damit an, dass ich heute Früh aus einem oft geträumten Alptraum erwachte. Es ist ein Traum, den ich immer weiter träume – er wiederholt sich nicht, sondern wird von Mal zu Mal realer. Zu Anfang wars so, dass ich immer träumte, Martin mache mit mir Schluss. Er fuhr zu seinen Freunden und schrieb mir ne SMS, dass er einfach nicht mehr zurückkommen würde und dass es vorbei sei. Mittlerweile ist die Trennung in meinem Traum schon ein paar Wochen her. Ich befinde mich in Gesellschaft meiner Familie und erzähle von ihm, bis mir klar wird, dass es vorbei ist und dass ich ihn vergessen sollte. Aber ich kann es nicht, mir wird klar, dass ich nur ihn liebe, aber er will mich nicht zurück. Als ich aufwachte, musste ich weinen, fühlte mich verwirrt und wusste nicht, ob es wahr ist oder nur ein Traum war. Ich rufe panisch seinen Namen und er kommt ins Schlafzimmer. Ich erzähle ihm was los ist und er setzt sich neben mich ins Bett und ich kann mich anschmiegen. Aber es macht mich trotzdem fertig… ich zittere wenn ich nur daran denke.

Okay – der Tag beginnt. Es war/ist draußen so dermaßen trüb, dass ich mich fühle, als würde ich davon eingehüllt. Warum ich nicht einfach das Licht anschalte? Ich kann nicht – keine Ahnung warum. Es ist mir zwar unendlich peinlich das zuzugeben, aber heute bereue ich, dass ich den Klinikplatz abgesagt hab.

Wie meine Therapeutin beim letzten Gespräch schon sagte – ich bin alles andere als stabil, nicht belastbar, und was ich selbst noch weiß – dunkles Wetter gibt mir den Rest (wie untrue als Goth… jetzt darf ich sicher nicht mir „mitspielen“). Es reicht also schon schlechtes Wetter aus, damit ich wieder ins nächste Loch stolper – das kotzt mich richtig an.

Ich könnte heulen, weniger aus Selbstmitleid, sondern eher deshalb, weil ich wütend und zornig über mich selbst, bzw. über meine Krankheit bin. Ich will, dass das endlich mal ein Ende nimmt -.-…

Gestern habe ich mir einige YouTubeVideos von Lena aka CemeteryDrive87 angesehen und kam durch sie zu der Überlegung, ob nicht ne 12wöchige stationäre DBT ne Überlegung Wert wäre. Sie hat nämlich eine gemacht und es hat ihr offenbar extrem weitergeholfen. Also habe ich über Dachverband DBT nach Kliniken gesucht, aber nur eine einzige gefunden, die mir zusagt – nämlich die Dr. Schlemmer Klinik in Bad Tölz.

Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich für eine DBT überhaupt geeignet bin, bei mir kommt ja die soziale Phobie noch dazu. Außerdem weiß ich nicht, ob ich „Borderliner genug“ dazu bin oder vielleicht bin ich ja zu „gesund“ dafür… Suizid ist seit Jahren kein Thema mehr bei mir, in meiner Beziehung läufts auch gut und das Bedürfnis nach Selbstverletzung hab ich eigentlich auch im Griff – die Klingen habe ich mittlerweile seit zwei Jahren aus meinem Leben verbannt.

Ich habe keine Ahnung was ich… bin… was ich .. tun soll und vor allem habe ich keine Ahnung .. von irgendwas : (.

[…] und ich versuche stark zu sein, ich fühl mich elend und allein. Steh mit dem Rücken an der Wand […]
Mantus – Es ist vorbei