Störe niemals (m)einen Winterschlaf oder Wenn man sich zu früh freut

Nein, ich habe meinen Blog nicht vergessen… Ich hatte letzte Woche nur einmal wieder extrem mit „Deprimere“ zu kämpfen. Sah es doch zuerst so aus, als wäre der Winter schon vorbei und der Frühling im Anmarsch, setzte mir der Schneefall letzte Woche umso mehr zu. Man kann mich doch nicht einfach so aus dem Winterschlaf reißen und dann „Haha.. verarscht.“ sagen -.- …

Naja, das Wochenende lief auch ziemlich launisch bis weinerlich ab. Ich war und fühlte mich sehr verletzlich und die Tränen standen allesamt in den Startlöchern um bei jeder sich bietenden Gelegenheit herauszusprudeln. Wenn ich mir gerade mal nicht auf den Fuß getreten fühlte, war ich ziemlich launisch. Entweder ich benahm mich als hätte ich nen Clown gefrühstückt, war daneben aber leicht in Rage zu bringen und außerdem sehr liebebedürftig. Ergibt alles in allem eine anstrengende Mischung – sprich: mich.

Diese Woche (die mittlerweile aus nicht einmal einem Tag besteht) geht es mir besser. Ich warte sehnsüchtig darauf, dass Freitag wird und Martin endlich wieder hier ist – die Schule ist dann erst mal wieder bis Mai vorbei. Es ist immer das gleiche. Am Anfang seiner Schulzeit geht es mir noch relativ gut, aber je mehr Wochen er weg ist, umso schlechter geht es mir. Das kann man wunderbar beobachten.

Soviel zum kurzen „Ich bin noch da“-Eintrag – ich versuche in nächster Zeit wieder öfter zu schreiben.

Freitagsfüller

1.  Gestern beim Einschlafen  hab ich soooo gefrohren – da konnte selbst das Lama nichts ausrichten.

2.   Postkarten für Postcrossing schreiben könnte ich auch mal wieder .

3.   Wer macht eigentlich auf manchen öffentlichen Toiletten NEBEN den Pott!?

4.   Ich hab eigentlich ganz gern meine Freunde im Haus, auch wenn ich danach immer total erschöpft bin…

5.   Früher dachte ich immer, das Autokennzeichen NEW würde für New York stehen : D.

6.   Ich bin gern anders, als es sich die Gesellschaft vorstellt aber andererseits falle ich teilweise sehr ungern auf.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Kaffee und Kuchen bei Oma zu Ehren meines Bruders der 18 wird und danach vielleicht noch ne Zockerrunde mit Freunden, morgen habe ich noch nichts geplant und Sonntag möchte ich dass Martin nicht wieder zur Blockschule muss -.-!

Methabolic Balance und ich nach den ersten zwei Wochen

Heute ist die strenge Phase vorbei : ). Ich hab zwei Wochen (und die zwei Tage Vorbereitungsphase) durchgehalten – bis auf die Ausnahme mit den 2 Cappuccinos, die ich am Wochenende getrunken habe, als die anderen neben mir Chips und Waffeln futterten. Jetzt, wo ich nicht mehr soviel wiege, hab ich kein Problem mehr damit mein Startgewicht von 113,3 Kilo zu nennen. Jetzt, nach zweieinhalb Wochen wiege ich 104,2 – jeden Tag gehen ein paar Gramm runter und trotzdem bin ich weder stolz auf mich, noch zufrieden. Das bin ich wohl erst, wenn ich unter 100 oder bei meinem WGT-Wunschgewicht von 85 kg bin.

Wie gehts jetzt weiter?

Eigentlich dürfte ich die strenge Phase jetzt abbrechen, aber ich werds nicht tun. Das einzige was sich ändert ist, dass ich ab morgen zu jeder der drei Mahlzeiten einen Esslöffel Olivenöl gebe(n muss). Fragt mich nicht wieso – die Ärztin hats gesagt, also mach ich das mal. Ich werde die strenge Phase also weiterhin durchhalten so lange ich kann – ich hab ja immer noch viele Kilos vor mir, die weg müssen und wenn ich jetzt mit der gelockerten Phase weitermachen würde, dann würde ich viel langsamer abnehmen.

Wie lautet der neue Masterplan?

Der lautet so: Ich werde jetzt die strenge Phase weiter machen und mir in Notsituationen, wie solchen Freunde-Abenden, nen Cappuccino machen. Wenn es sich mal nicht vermeiden lässt, dass ich anders esse, wie z.B. am Freitag – wenn mein Bruder seinen 18. feiert und und zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat, dann ess ich mit, werde aber nicht in mich reinstopfen, sondern mir bewusst etwas Leckeres aussuchen und das dann genießen. Und was ich mir noch vorgenommen habe, ist, dass ich nach allen 5 abgenommenen Kilos eine Schlemmermahlzeit einlege, mit etwas leckerem, wie z.B. ne Schüssel Nudeln mit Hackfleischsoße oder so. Bei 99 kg gehts los – also noch 5,2 Kilo bis zur ersten Schlemmermahlzeit.

Was esse ich so zur Zeit?

Zum Frühstück gibts jeden Morgen Körnermischung (4 TL Sonnenblumenkerne und 4 TL Kürbiskerne), die brate ich dann an in etwas Wasser und Brühepulver und dazu darf ich noch 105g Gemüse essen, da nehm ich meist Zucchini. Alternativ ständen noch statt der Körnermischung n bisschen Hähnchenfleisch auf dem Plan (aber ich möcht so früh kein Fleisch essen) und Ziegenjoghurt mit etwas Obst (aber bisher hab ich noch nirgends Ziegenjoghurt gefunden -.-).

Zum Mittagessen variiere ich ganz gerne beim Eiweiß unter den drei Möglichkeiten. Bei den 135g Gemüse, die zu jeder der drei Alternativen gehören nehm ich immer Salatgurken – die sind so toll saftig <3. Heute gabs als Eiweiß 85g Ziegenfrischkäse und die anderen Alternativen sind 170g gekochte Kidneybohnen (das wird mit Ziegenkäse in einer Alternative genannt, ist wohl die gleiche Art von Eiweiß), 130g Putenfleisch oder 130g Fisch (da nehm ich gern Thunfisch im eigenen Saft).

Das Abendessen ist so mein unliebstes Essen am Tag. Zu jeder Alternative gibts 145g Gemüse – da misch ich dann gern mit Karotten, Zucchini und Lauch. Als Eiweiß wird vorgegeben: Shiitake-Pilze (die ich noch nirgends gefunden hab), Schweine- oder Rinderfleisch (das ich nicht so gern esse, weil ich Schweine und Rinder wohl etwas zu „vermenschlicht“ sehe – mit Ausnahme von Hackfleischsoße) und Sprossengemüse. Also gibts fast jeden Abend Sprossengemüse. Und zweimal in der Woche mach ich Abends mit zwei Eiern Rührei – Man darf nämlich pro Woche vier Eier essen, aber nur an zwei Tagen. Eier-Tage sind immer Dienstag und Samstag – und das ist sooo n Festessen für mich *schmacht*. Mit dieser Ernährungsumstellung lernt man sowas wie Rührei zu schätzen.

Was ist sonst noch wissenswert?

Würzen tu ich fast alle Mahlzeiten mit n bisschen Brühepulver (Gerli) und selten mit Salz – wenn ich den Brühe-Geschmack nicht mehr ertragen kann *g*.

Trinken muss ich 4 Liter Wasser am Tag – schaff aber immer nur 3, was aber offenbar auch ausreicht zum abnehmen. Außerdem darf ich zu den Mahlzeiten schwarzen Kaffee (mag ich nicht) oder weißen, grünen oder Rotbusch-Tee trinken – ohne Süßungsmittel natürlich. Und siehe da – schon nach der ersten Woche Zuckerentzug, konnte ich ohne Probleme plötzlich ungesüßten Tee trinken. Hab mir Rotbuschtee mit Vanillearoma und Grünen Tee mit Litschiaroma gekauft und bin heilfroh über diese Abwechslung zum Wasser. In der ersten Woche war ich noch bockig von wegen „wäh… grüner Tee.. wäh.. Rotbuschtee – niemals“, aber nach dieser ersten Woche ist man dankbar für jedes Fitzelchen Abwechslung, das man bekommen kann.

Außerdem dürfte ich zu den Mahlzeiten insgesamt 6 Scheiben reines Roggenbrot essen, aber das lass ich weg – ich bin auch so gut satt.

Obst darf ich auch jeweils nach den Mahlzeiten essen (für meinen Körper sind Äpfel, Brinen, irgendne besondere Art von Melone, Mango und Papaya gut) und man muss mindestens einen Apfel am Tag essen, was ich immer nach der Mittagsmahlzeit mache – ansonsten brauch ich kein Obst nach den Mahlzeiten, weil sie gut sättigen.

Abschließend lässt sich sagen:

Ich fühl mich gut, hab fast nie Hunger. Abends ists am schwierigsten, weil ichn typischer „Abend-Nascher“ bin. Da hab ich dann manchmal Gelüste nach völlig unmöglichen Gerichten, aber es bleibt bei Gelüsten – ich hatte seit ich Methabolic mache noch keine einzige Fressattacke. Wenn Leute fragen, ob Schatz und ich mit essen gehen, krieg ich zwar meistens nen Depri und bin dann ne zeitlang geknickt, aber Martin richtet mich dann wieder auf und am Ende bin ich froh, enthaltsam geblieben zu sein.

Was ist Methabolic Balance und wie funktioniert es?

Nachdem ich ja im Dezember darüber berichtete, dass ich Anfang Januar mit Methabolic Balance beginne, um abzunehmen und ich danach gefragt wurde, ob ich darüber nicht einen Beitrag schreiben könnte – hier ist er. Hab ihn lange vor mir her geschoben, aber jetzt mach ich mich mal dran ; ).

Was ist Methabolic Balance?

MB ist ein Stoffwechselprogramm. Anhand einer Blutprobe wird ein individueller Ernährungsplan erstellt. Außerdem bekommt man eine Liste mit Lebensmitteln, die für den eigenen Körper gut sind. Wenige Kohlenhydrate – dafür mehr Eiweiß, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Spurenelemente.

Wie funktioniert es?

MB besteht aus vier Phasen.

Phase 1 – Vorbereitungsphase:
Hier wird der Körper schonend auf die folgende Ernährungsumstellung vorbereitet. Man soll dabei ein Bewusstsein für die sich ergebenden Veränderungen des Gewichts und Wohlbefindens entwickeln. Phase 1 besteht aus zwei Tagen, wobei der erste Tag mit Abführmittel beginnt, damit der ganze übrige Zucker und die Giftstoffe ausgeschwemmt werden. Dann kann man entscheiden was man an den beiden Tagen essen möchte. Man kann einen Gemüse-, Obst-, Kartoffel-, oder Reistag machen. Dazu viel trinken – das gilt aber für das komplette Programm.

Phase 2 – strenge Phase:
In der strengen Phase muss man sich 1 zu 1 an den Ernährungsplan halten. Der Ernährungsplan sieht so aus, dass man zu Frühstück, Mittagessen und Abendessen je drei Vorschläge hat und man sich einen davon zur jeweiligen Mahlzeit aussuchen soll. Man soll nicht mehr und nicht weniger als vorgegeben essen und diese strenge Phase zieht sich über mindestens 2 Wochen. Danach kann man sich entscheiden entweder weiter zu machen, um weiter abzunehmen oder zur Phase 3 überzugehen.

Phase 3 – Gelockerte Umstellungsphase:
Hier soll man dann langsam versuchen, MB und den Alltag so zusammen zu legen, dass man das Gewicht trotzdem hält. Anfangs nur eine Schlemmermahlzeit pro Woche. Wenig Alkohol, Schokolade mit hohem Kakaoanteil (möglichst über 70%). Außerdem kann man langsam wieder Kohlenhydrate zum Essen dazu machen – Nudeln, Kartoffeln, Reis, aber alles in Maßen.

Phase 4 – Erhaltungsphase:
Hier gilt: In Bewegung bleiben, sich weiterhin an die 8 Regeln halten (dazu gleich mehr) und das Gewicht somit (er)halten.

Die 8 Regeln:

Regel 1: Nur drei Mahlzeiten pro Tag essen.

Regel 2: Fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einlegen.

Regel 3: Eine Mahlzeit nicht länger als 60 Minuten dauern lassen.

Regel 4: Jede Mahlzeit mit einem bis zwei Bissen Eiweiß beginnen (Fleisch, Fisch, Käse, Joghurt, usw.)

Regel 5: Pro Mahlzeit nur eine Art Eiweiß essen. Aber zu jeder der drei Mahlzeiten eine andere Eiweißsorte.

Regel 6: Nach 21:00 Uhr nichts mehr essen.

Regel 7: Über den Tag verteilt die für einen errechnete Menge Wasser trinken (dabei gilt im allgemeinen: 35 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht) – in meinem Fall 4 Liter.

Regel 8: Obst am Ende der Mahlzeit essen (u.a. täglich einen Apfel).
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Mja, das wars erstmal. Ist euer Wissensdurst gestillt, oder soll ich auch über „Methabolic und ich“, also wie ich meine Ernährungsumstellung erlebe, schreiben?

Freitagsfüller und Lieblingssong der Woche

1.  Ich finde es blöd,  wenn Leute ihr Geld zum Fenster rauswerfen.

2.   Meine Schokoladenseite befindet sich auf der linken Seite. *gg*

3.  Die besten Dinge im Leben sind meist gratis.

4.   Sonnenschein wäre jetzt nicht schlecht.

5.  Wenn ich nicht so ängstlich wäre, würde ich mir ein Septum machen lassen.

6.  Ich habe angefangen zu bloggen, nachdem ich mich dazu entschlossen hatte – hat etwas gedauert.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Martins Rückkehr, morgen habe ich einen Schlag-den-Raab-Abend mit meinen 5 Besten geplant und Sonntag möchte ich, dass das Wetter wieder besser ist!

Und hier noch mein Lieblingssong der Woche:

Meine Rezension dazu findet ihr übrigens hier ; ). Das Album dazu ist sooo zauberhaft <3.

Deprimere, das ausweidende Monster

Ah… da bist du ja wieder – ich hatte mich schon ironisch gefragt wo du wohl bleibst. … nein.. ehrlich gesagt stimmt das nicht, denn immer wenn du weg bist vergesse ich dich recht schnell und wenn sich doch einmal ein Gedanke über dich in meinen Kopf schiebt, kann ich mir es kaum vorstellen, wie es sein wird, wenn du das nächste mal da bist. Es fühlt sich so gut an ohne dich, dass man dich beinahe vergessen könnte.

Doch jetzt bist du wieder hier und höhlst mein Inneres aus bis ich nur noch Leere verspüre, zumindest oberflächlich betrachtet – denn fühle ich genauer hin, merke ich, wie du bittersüß in mir sitzt und lauerst was ich wohl als nächstes tun werde, so ganz  ohne meine Motivation, die du ja immer zuerst frisst.

Du bevorzugst einsame Nächte oder, wie jetzt, düstere, regnerische Tage und schleichst dich unauffällig an – so dass ich dich erst in mir spüre, wenn es bereits zu spät ist, wenn du bereits tatkräftig mit deiner Arbeit begonnen hast. Wenn du bereits jegliche Freude, jede Motivation, jede Inspiration aus mir herausgerissen oder gefressen hast – weiß der Teufel was du damit tust. Fakt ist, dass sie weg sind und du dich genüsslich in mir ausbreitest.

Gespannt lauerst du wie ich diese Leere wohl zu füllen gedenke… „Vielleicht wie in den letzten beiden Jahren mit süßen Köstlichkeiten?“ Nein, ich denke ja gar nicht daran! Mein Magen ist nicht meine Seele! Du lachst verächtlich und denkst dir, ich würde sowieso wieder schwach; bietest mir an dann vielleicht mit einem scharfen Gegenstand Hand an mich zu legen. Na?“, sagst du, „auseinanderklaffendes Fleisch und Lebenssaft erfüllten dich doch auch damals schon?“ Aber da muss ich dich enttäuschen. Ich habe alle Gegenstände, die mir gefährlich werden könnten, wenn du da bist, längst entsorgt. Na? Was sagst du jetzt? Ich sorge jetzt für mich!

Du schmunzelst… „Dann ertrage die Leere ohne deine alten Hilfsmittel, so allein wie du da in deinen vier Wänden sitzt, du jämmerliches Nichts…“ – Das werde ich! Denn es werden wieder bessere Tage kommen, helle Tage an denen die Sonne scheint, die dich in NICHTS auflöst und bis dahin harre ich aus. Ich bin eine Kriegerin, mein Schlachtfeld befindet sich in meiner Seele und ich werde dich vertreiben! Immer und immer wieder, bis zu deinem Exitus!


Projekt „Gothic Friday“ – Januar: Wie bist du in die Szene gekommen?

„Gothic Friday“ ist ein Projekt das von den beiden Bloggern Spontis und Shan Dark ins Leben gerufen wurde. Dabei wird es jeweils am ersten Freitag des Monats eine Frage (die in den Szenebereich geht) gestellt, zu der dann jeder, der möchte, einen Beitrag verfassen kann. Außerdem gibt es auch halbjährlich was zu gewinnen. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, könnt ihr das hier nachlesen.

Die Frage im Januar lautet:
Wie bist du in die Szene gekommen?

Ich bin keine Person, die schon schwarzgewandet zur Welt kam, wie das ja manche „Mit-Szene-Mitglieder“ gerne von sich darstellen und ich bin auch (aufgrund meines Alters ; )) definitiv nicht von Anfang an dabei, aber trotzdem fühle ich mich, als wäre ich nie anders gewesen als ich es jetzt bin.

Und doch wäre es für mich wohl mit 14, 15 Jahren noch undenkbar gewesen, jemals wie „ein Gothic, ein Satanist – das ist ja alles das Gleiche“ auszusehen. Damals ging ich mit einem Mädchen in die Klasse, bei der man beobachten konnte, wie sie immer mehr „anders“ wurde. Naja gut.. was heißt beobachten – sie hat keinen großen Hehl draus gemacht und immer wieder mit außergewöhnlichen Outfits und Make Up schockiert. Das ist so das erste woran ich mich in Bezug auf die schwarze Szene erinnern kann. (Achja, vor einigen Jahren hab ich übrigens von einer ehemaligen Klassenkameradin gehört, sie wäre „nicht mehr schwarz“, wie sie es ausdrückte.)

Musiktechnisch betrachtet, hab ich damals alles mal mitgenommen. Ne Zeit lang hörte ich Trance/Techno, dann Hip Hop und irgendwann vermehrt Die Ärzte, Böhse Onkelz (örks -.-) und Evanescence, soweit ich mich noch daran erinnern kann.

Da war ich dann 17, wohnte schon ein Jahr lang nicht mehr zuhause und die ganze Situation wurde immer katastrophaler. Streß mit meinem Ex-Freund (und somit der einzigen Person, die ich in dieser neuen fremden Stadt kannte), bei dem ich aber immer noch wohnte, da ich ja unter 18 keine Wohnung mieten konnte, kein Geld gehabt hätte und unter keinen Umständen ins schwierige Elternhaus zurück wollte. Dazu noch immer stärker auftretende psychische Probleme…

Es war ne Zeit in der sich alles veränderte und dann lernte ich diesen Kerl übers Internet kennen, der irgendwas mit „angel“ im Nick hieß – und so sah er auch aus (zumindest fand ich das damals *hüstel*). Schwarz gekleidet, schwarzes kinnlanges Haar und (das seh ich heute:) nem dreckigem Grinsen im Gesicht. Er machte mir tausend Komplimente und ich war absolut hingerissen von ihm – und meinte er, er wäre immer Freitags im W***, ner Discothek in der Stadt, die damals Freitags „Rock-Abend“ hatte. Völlig verträumt zeigte ich meinem Ex das Foto und erzählte ihm das mit der „Mehr-oder-weniger-Einladung“ und er sagte nur verächtlich: „Freitags W***… da sind nur Psychopaten und Verrückte… und so sieht der Typ auch aus.“

Ich konnte ihn trotzdem überreden mit zwei anderen aus seinem Freundeskreis und mir dort hinzugehen und so standen wir dort also in einer dunklen Ecke – ich weiß noch genau, dass ich ne helle Jeans trug und ein schwarzes Oberteil – mein Ex trug n weißes T-Shirt und leutete im Neonlicht wie eine Discokugel (: D). Und an noch etwas erinnere ich mich als wärs gestern gewesen: Ich liebte diese Musik…

Mja und so begann das dann. Innerhalb von sagen wir mal… 3 Monaten tauschten sich meine Klamotten wie von selbst gegen Schwarze (So schwer war das nicht – ich trug schon vorher hauptsächlich schwarze Oberteile), ich kaufte mir meine erste Corsage, meinen ersten langen Rock, trug alte Bundeswehrstiefel (die elend bequem waren), schwarzer Nagellack und natürlich die Musik.

Eins der ersten Lieder an die ich mich klar erinnere, ist „Kleid aus Rosen“ von Subway to Sally. Außerdem hab ich ständig irgendn Lied von Mudvayne gehört… Erst war das mit Außnahme von Subway to Sally eher so die Nu Metal-Schiene, die mir zusagte. Dann hab ich mir n Album von Lacrimosa gekauft, das ich schrecklich fand und immer noch finde und die Aura-CD von Samsas Traum, die natürlich ein Meisterwerk ist ; ).

Meine Schminke war in der ersten Zeit sowas von „evil“ (dachte ich). Ich ging regelmäßig mit Corpsepaint aus dem Haus oder zumindest laaaaangen schwarzen „Tränen“ die Kajal bis auf mundhöhe in mein Gesicht zauberte. Drunter natürlich weißer Puder – und davon viel. Achja und Patchouli durfte natürlich auch nicht fehlen *g*. Irgendwie peinlich und demütigend auf das Ganze zurückzublicken – aber man erkennt „Neueinsteiger“ auch heute noch auf diese Art und Weise *g*… Man muss sich wohl irgendwie was beweisen, keine Ahnung.

Seit diesem Anfang 6 Jahre vergangen und ich habe mich mittlerweile in die Richtung „Schwarzromantiker“ gewandelt. Ich liebe voluminöse Röcke, Korsetts und den ganzen „Edel-Kitsch“. Metal hör ich kaum noch, dafür ist aber (neo-)klassische Musik dazugekomen. Ansonsten hab ich aber einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack. Ich finde, jedes Musikgenre der schwarzen Szene hat so seine Schätze. Ganz besonders mag ich zur Zeit Diary of Dreams und ASP… und eigentlich auch Unheilig, wobei mich deren Werdegang nicht so ganz glücklich macht aktuell, was aber ein Thema für sich wäre.

Mja… damit lass ich den Text mal ausklingen – durch diese Frage, wie ich in die Szene kam, hab ich aber erkannt, dass das Thema „Ich, Gothic“ größer ist als ich erwartet hätte… Vielleicht kommt mir das bei den nächsten „Gothic-Fridays“ zu Gute : ).

Mein Einstiegslied (das Video bleibe dabei bitte unbeachtet):