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Eine weitere Geschichte der Melancholie

Eigentlich eine völlig unnötige Überlegung.

Wir schreiben das Jahr 2010 und Martin ist im zweiten Lehrjahr – es wird also noch dauern, bis er seinen Meister machen wird. Und trotzdem mache ich mir schon jetzt Gedanken darüber und sie lösen Wehmut und Traurigkeit aus. Im Moment ist es so, dass Schatz ca. 3 Mal im Jahr für 6 Wochen nach Kempten zum Berufsschulblock muss. Die Schulen für sein Berufsbild sind dünn gesät in Deutschland. Da Kempten nicht gerade um die Ecke ist, kommt er auch nur von Freitag bis Sonntag nach Hause – und das zehrt. In den ersten 3 Wochen ist es noch leicht, aber danach wird es von Woche zu Woche schwerer. Zur Zeit befinden wir uns in der 5. Woche und ich bin froh, wenn nächste Woche vorbei ist und dann wieder Normalität hier einkehren kann.

Es ist nicht nötig, aber ich mache mir Gedanken um die Zeit nach seiner Lehre. Er möchte danach seinen Meister machen (und das finde ich auch gut), allerdings muss er dazu ein ganzes Jahr nach Kempten zur Schule. Für mich ist es undenkbar, ein Jahr lang eine Wochenendbeziehung zu führen. Das heißt also für ein Jahr nach Kempten zu ziehen und das wiederum heißt meine Wohnung zu verlassen und wohl nie wieder in sie zurückzukehren. Ich wohne seit 4 Jahren in dieser Wohnung. Viel ist hier passiert, positives wie negatives – sie war und ist mir immer ein schützender Ort. Mein Nest – mein Schneckenhaus, das Charakter hat. Ich kenne jeden Winkel, fühle mich eigentlich überall wohl. Viele kleine Erinnerungen haben sich im Lauf der Jahre angesammelt und hängen oder stehen an ihren angestammten Plätzen. Geschichten in kleinen Fetzen.

Und diese Vertrautheit soll ich irgendwann zurücklassen? Ich kann es mir gar nicht vorstellen und der Gedanke schmerzt sehr… Genauso wenig kann ich mir vorstellen, mich jemals wieder irgendwo so wohl und sicher zu fühlen. Ich weiß, es wird noch mindestens 2 Jahre dauern, bis ich die Zelte hier abbrechen muss – aber natürlich mach ich mich jetzt schon wieder verrückt *augenverdreh*. Es überrascht mich, dass einem ein Ort Freund werden kann, aber so ist es wohl…

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