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Endzeitgedanken und tot stellen

Zur Zeit läuft es nicht so optimal, wie es eigentlich sollte. Es liegt wohl weniger an den äußeren Umständen als an meinem Inneren.

Gerade habe ich Der Übergang von Justin Cronin beendet und frage mich, was wohl wäre wenn morgen die Welt unterginge. Es muss nicht einmal ein Experiment sein, das außer Kontrolle gerät und einen Virus freisetzt – nur mal angenommen eine Atombombe knallt irgendwo hin, oder ein Atomkraftwerk baut Mist. Was wäre dann? Ich fürchte, ich wäre eine der ersten die sterben müsste… Wo sollte ich auch hingehen? In meiner Wohnung bleiben? Mein Essen reicht grad mal für eine Woche, wobei die Strahlung ja sowieso in die Wohnung kommen würde. Weglaufen ginge auch nicht. Ich wüsste nicht wohin ich gehen sollte und habe keine Ahnung ob ich mich überhaupt aus der Wohnung trauen würde in dem ganzen Chaos. Am Besten man verdrängt diese Gedanken und hofft einfach nur, dass so etwas nie in der eigenen Reichweite passiert. Ich habe, wenns gut läuft, vielleicht noch um die 60 Jahre zu leben – vielleicht hab ich nochmal Glück und in dieser Zeit passiert nichts Schlimmeres…

Wenn ich nicht über derartigen Unsinn nachdenke, stelle ich mich derzeit einfach tot. Es klingelt an der Tür, der Klos im Hals taucht auf und ich verhalte mich so still wie möglich und hoffe, dass die Person an der Klingel einfach wieder weggeht. Genauso verhalte ich mich auch, wenn das Telefon klingelt. Die Treppe hoch zu Marco hab ich gerade mal so geschafft heute, aber als er fragte ob ich mit in die Stadt komme, bin ich lieber wieder heimgegangen. Fühl mich außerhalb meiner schützenden vier Wände seltsam ungeschützt. Ungefähr so, als würde ich ohne Sicherung auf einem Brückengeländer balancieren, oder ohne Sicherung auf einer irrsinnig steilen und hohen Mauer hochklettern. Ich denke zurück an die letzten Wochen und bin überrascht, dass ich da kaum Angst hatte und sogar allein draußen rumgefahren bin… und heute? Ich bin wieder einmal die personifizierte Atemlosigkeit. Ich halte von Montag bis Freitag, wenn Schatz wieder nach Hause kommt, die Luft an, drücke die Augen zu und verhalte mich ruhig – fast so als säße ich unter einem Tisch und keiner soll mich bemerken.

Wahrscheinlich spielt dabei eine große Rolle, dass ich kein Auto hier habe und Martin zudem nicht hier ist. Er fehlt mir sehr und ich fühle mich einsam – auch im bei sein von Freunden. Am liebsten würde ich mich den ganzen Tag hinter Büchern verschanzen und mich bis er wieder da ist in anderen Welten verstecken – und im Endeffekt tu ich ja genau das.

[Jammermodus Ende]

Danke für die Aufmerksamkeit.

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