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Schauspiel

Sie fühlte sich schon einige Tage unwohl, wenn sie andere Pärchen beobachtete oder etwas romantisches im Fernsehen sah. Dieser nagende, irgendwie süßliche Schmerz in der linken Seite der Brust… Sie weiß, dass es wackelt, fühlt dass das Gefüge irgendwie nicht so fest ist wie es eigentlich sein sollte und ursprünglich mal war. Angst, dass der dünne Faden reißt und somit alles woran sie ihre Hoffnungen gehängt hat inklusive ihr in die schwarze, gähnende Leere stürzt. Sie stellt eine Frage, voller Panik „Was muss ich tun, damit du bleibst!?“ – „Nimm ab, tu es für dich, du wirst dich wieder gut fühlen… ich will, dass du wieder glücklich bist und Freude am Leben hast.. Ich will meine Freundin zurück“ – „Ich schaff es nicht abzunehmen und ich kann nicht gesund werden…“ die Panik wird stärker „…du kannst mich doch nicht zwingen abzunehmen… ich will dass du mich liebst wie ich bin… ich schaff es nicht abzunehmen, das siehst du doch…“ sie steigert sich immer tiefer hinein. Er sieht hilflos zu „Bitte… verdreh mir doch nicht die Worte im Mund.“ – „Du sagst ich muss abnehmen, sonst gehst du.. und du sagst, ich muss wieder gesund werden, das geht nicht, das schaff ich nicht… was ist, wenn ich es nicht schaffe!?“ – „Dann versuchen wirs weiter, du musst nur einmal an einer Sache dran bleiben!“ – „Ich soll mein Leben lang Diät machen!? Das schaff ich nicht, das kann ich nicht, das will ich nicht! Ich will sterben!“ – „Quatsch… was soll das bringen?“ – „Ich kann nicht mehr…“ Sie heult – und zwar Rotz und Wasser, hält sich verschämt die Decke vors Gesicht, kann ihm nicht mehr in die Augen sehen. Er sieht so wunderschön aus, sein Anblick verursacht ihr Stiche ins Herz. „Was, wenn er mich verlässt?“ Er sagt ihr zum wiederholtem mal „Ich habe nicht vor, dich zu verlassen. Nicht heute, nicht morgen, nicht nächste Woche und auch nicht in den nächsten Monaten.“ Sofort schießt ihr in den Kopf „Und danach? Wozu sind wir dann jetzt noch zusammen, wenn du nicht weißt, ob du auch in den nächsten Jahren noch bei mir bleibst?“ Die Gedanken im Kopf rasen und auch er wird langsam ungeduldig. Mama sagt, in den dunkelsten Stunden sind Engel bei dir. Doch wo sind diese Engel jetzt, wo es darauf ankommt? Sie möchte allein sein, den Schmerz tief im Herzen spüren und einfach nur weinen und sagt „ich möchte den Himmel ansehen“. Er möchte sie begleiten, hält ihr die Hose hin „Komm… gehen wir raus, Sterne sehen – das tut dir sicher gut.“ Aber sie schafft es nicht einmal richtig in die Hose vor lauter Tränen. Der Blick wird langsam starr und sie hysterisch „Geh nicht, bitte…“ – „Aber ich gehe nicht, ich bin hier“ – „Bitte komm zurück… ich brauche dich…“ – „Schatz! Ich. Bin. Hier. Heb deinen Kopf, schau mich an!“… Bei Blickkontakt beruhigt sie sich sehr langsam wieder, erwacht. Der schale Geschmack bleibt… bis zum nächsten Mal.

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2 Kommentare zu “Schauspiel

  1. Engel bin ich nicht. Aber dein Kamerad und Interessent an deinem Sein.

    Dazu noch wie du einst treffend sagtest „Jederzeit Einsatzbereit“, für einen Ruf von dir.

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