Neue Bücher und Ausflug ins Wunderland

Heute genehmige ich mir es mal, mit mir ganz zufrieden zu sein. Ich war nämlich heute gleich zweimal draußen. Einmal mit Martin und einmal alleine im Tierheim. Schatz und ich mussten in die Stadt um meine Kniebandage abzuholen, damit ich wieder reiten gehen kann mit meinem kaputten Knie (und am Samstag hab ich auch schon nen „Ausreit-Termin“, aber da mach ich mir erst Gedanken drüber, wenn es soweit ist). Natürlich musste ich mich dann noch mit einem Besuch im Bücherladen belohnen – wenn ich schon mal in der Stadt bin und bin prompt mit Zweien wieder rausgegangen. Aber wenigstens hab nicht nur ich Geld ausgegeben, sondern Schatz auch (da kann ich mir das ausnahmsweise nicht vorhalten lassen *g*

Nummer 1:

Der Übergang von Justin Cronin

Schon allein das Cover sprach mich da absolut an.
Im Buch geht es um n 6 Jahre altes Mädchen namens Amy, das vom FBI entführt und auf ein geheimes, medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das zum Ziel hat, Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas total schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy.

Und das zweite Buch ist Hummeldumm von Tommy Jaud. Hab es zwar schon oft irgendwie liegen sehen aber hab mich bisher nicht sonderlich dafür interessiert. Da es aber auf der Spiegel-Bestsellerliste steht (im Moment sogar auf Platz 1), hab ich es zumindest hinten mal durchgelesen:

„9 Trottel mit albernen Sonnenhüten. 271 gar nicht mal so wilde Tiere. 3977 Kilometer Schotterpiste im Minibus. Und weit und breit kein Handynetz.“

Mja – das klingt schon mal ganz nach mir, also las ich weiter:

„Ich drückte meine Nase ans Busfenster und blickte hinaus ins weite Land. Die Namibier winkten uns und lachten. Klar lachten sie, sie waren ja frei. Wir nicht. Wir waren die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit.“ – Und so ging mir das Buch zur Kasse nach, da konnte ich es doch nicht stehen lassen…

Nachdem wir dann noch auf nen Kaffee und ne Breze ❤ im „Markthaus“ waren,  fuhren wir heim, Schatz zog sich mit seinem Buch (Das Flüstern der Nacht von Peter v. Brett) zurück (und ward bis jetzt nicht mehr gesehen) und ich überredete mich dann doch kurzfristig dazu ins Tierheim zu fahren. Bringt ja doch nichts gar nicht mehr hinzufahren, nur weil ich wieder einen Hund kriegen könnte, der zieht – lief das letzte Mal als ich dort war nicht so rund und so ging die Hündin mit mir – Tajaa – spatzieren.

Diesmal bekam ich ne Hündin namens „Bessy“ mit und wir wurden sofort Freunde  : ) Dieses wundertolle  teddymäßige Geschöpf wurde ursprünglich nur als Pensionshund im Tierheim abgegeben, Herrchen wurde krank und so musste Bessy im Tierheim bleiben. Ich finde sie wirkt noch wie n Welpe, ist aber doch schon 8 Jahre alt. Wär meine Wohnung nicht so klein, würde ichse sofort mit heim nehmen, weil sie so superlieb und verschmust ist.

http://www.tierheim-weiden.de

Jedenfalls gingen wir erst auf den normalen Wegen im Wald spazieren und gerieten dann irgendwie auf nen Nebenweg und befanden und plötzlich im „Wunderland“. Der Pfad wurde immer enger und die Pflanzen neben uns überragten längst meinen Kopf. Wir mussten über Pfützen springen und Bessy nahm aus Jeder einen Schluck – ich hätte es ihr am liebsten nachgemacht, weil ich so Durst hatte – aber mein erwachsenes Ich hat Klein-Tajaa davon abgeraten. Leider kann ich „Wunderland“ nicht zeigen – ich hab keine Möglichkeit meine Handyfotos auf meinen PC zu übertragen und der Zauber war dann auch nach ner halben Stunde wieder vorbei – als der Weg langsam in Richtung Zivilisation auslief… schade eigentlich…

Jedenfalls kann ich heute sagen: „Heute hab ich mal was gemacht.“

Tagespleite und ein kleiner Lichtblick

Heute ist (wiedermal, immer noch) nicht mein Tag. Eigentlich startete ich ganz gut. Ich mach zur Zeit online n Tierkommunikations-Seminar und eine der Aufgaben ist es, sich ne „Zauberdecke“ in bestimmten Farben zusammenzubasteln. Wie genau man zu diesen Farben kommt und wozu man diese Decke braucht erkläre ich vielleicht die Tage mal. Jedenfalls hab ich den Stoff seit über ner Woche bei mir rumliegen und hatte ständig nicht die nötige Kraft, ihn zuzuschneiden, geschweige denn zusammenzunähen. Hab dann gestern von ner Mitteilnehmerin den Tipp bekommen, den Stoff einfach zu reißen und das hat wunderbar funktioniert : ) Mja und heute konnte ich mich dann sogar dazu aufraffen, die einzelnen Stoffbahnen zusammenzunähen – meine (entschuldige  – Mamas) Nähmaschine hörte sich an wie n Rasenmäher, so schnell hab ich das zusammengenäht *g*. Den Rest muss ich nun mit der Hand nähen – vielleicht fange ich später noch damit an.

Das war erstmal der Lichtblick des Tages. Neben den ganzen Pleiten die ich mir heute schon wieder geleistet hab. Martin und ich wollten vorhin losfahren zum Tierheim und ich stand sowieso schon etwas neben mir, weil wir n paar Minuten später los kamen als ich mir das vorgestellt hatte. Er fragte mich dann, ob ich nicht fahren will und ich schüttelte zwar abwesend den Kopf, er meinte aber dann „Doch, du fährst..“ und so fuhr ich dann los. Aber schon nach ein paar Seitenstraßen war ich dermaßen nervös, dass ich an den Rand fuhr und einfach nur meinte „Ich kann das nicht, fahr du..“. Sind dann umgestiegen und die Äuglein schwammen schon wieder, außerdem dachte ich schon wieder, dass er genervt oder sauer wäre (was er aber nicht war.). Dann sind wir an die Tankstelle gefahren und der Weg dorthin war schon irgendwie „schlimm“ für mich. Dachte ständig dass uns Leute vors Auto rennen oder uns einer reinfährt. An der Tanke fühlte ich mich beobachtet und so entschied ich mich dafür, lieber wieder nach Hause und nicht ins Tierheim zu fahren. Das Wetter war ja auch total komisch… total grell hell, aber irgendwie eiskalt – *Ironiemodus an* da konnte ich doch nicht das Risiko eingehen ins Tierheim zu fahren und mit einem Hund rauszugehen, am Ende passiert noch etwas schlimmes wie ein Regenschauer oder der Himmel fällt komplett runter *Ironiemodus aus* Schatz versuchte die Lage dann noch aufzulockern mit „Ist doch nicht so schlimm, dann haben wir eben nur nen Tank-Ausflug gemacht.“ aber ich ärgere mich trotzdem mal wieder maßlos über mich selbst (und bin eigentlich doch zufrieden mit der Entscheidung lieber mal vorsichtshalber drinnen zu bleiben).

Als hätten es die Katzen (Morli und Luna) geahnt, mussten sie natürlich noch einen oben drauf setzen, indem sie den Faden, den ich nachher zum Decke nähen brauche, mal ganz gepflegt abgerollt, vollgesabbert und schön in der Wohnung verteilt haben. Ein kleiner Tipp meinerseits: Man sollte nicht an mit Katzensabber getränkten Dingen riechen – das verursacht Brechreiz.

Gedankenkreisen und „Was, wenn…?“

Hallo Welt,

eigentlich wollte ich gestern schon schreiben, aber ich kam mal wieder nicht dazu. Und eigentlich wollte ich gestern ins Tierheim fahren, aber es kam nicht dazu. Übrigens wollte ich gestern eigentlich Staubsaugen, -wischen und Abspühlen, aber es kam nicht dazu. Stattdessen lag ich nachdem Schatz gegen halb vier aufstand (er hatte Nachtschicht) auf unserem Bett, meinen Kopf an mein leopardengemustertes Kuschelkissen geschmiegt und beobachtete die weißen Fusselchen auf dem schwarzen Bettlaken. Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf und hätte ich das Notebook griffbereit gehabt, hätte ich einen langen Eintrag hier hingeschrieben. Hatte ich aber nicht und wenn Schatz (der übrigens Martin heißt) zuhause ist, kann ich irgendwie nicht schreiben. Zu sehr bin ich dann abgelenkt, wenn er im Hintergrund fern sieht oder irgendetwas anderes Lautes macht. Da ich die meiste Zeit allein zuhause bin, ist mir dann schon oft das Rascheln beim Durchblättern einer Zeitschrift zu laut und ich fühle mich gestört… Naja zum Saubermachen fühlte ich mich zu „schwach“ und ins Tierheim traute ich mich nicht. Samstags ist von 14 bis 17 Uhr für Helfer geöffnet und wenn ich nicht um Punkt 14 Uhr losfahre, dann trau ich mich nicht mehr. Dämlich, ja. Ich male mir aus, dann nur noch einen Hund zu kriegen, der extrem stark ist und mich umreißen könnte, da ja sicher alle lieben Hunde schon um 14 Uhr abgeholt wurden zum Gassi gehen – wer ist schließlich schon so langsam wie ich und fährt erst um 15:30 los. Und um 14 Uhr konnte ich nicht losfahren, weil Martin noch schlief und ich eigentlich dachte, er begleitet mich – worauf er aber dann keine Lust hatte. Er arbeitet mittlerweile (heute) den 14. Tag in Folge und ist einfach nur noch kaputt. Darunter leidet auch seine Laune, wobei ich mir dann wieder einrede, dass ich dies meine Schuld wäre und ständig den Tränen nah bin (auch wenn er zum zehnten Mal beteuert, dass es NICHT meine Schuld ist). Ja richtig – ich mach mir mein Leben teilweise unnötig schwer. Abends kamen dann noch mein bester Freund Marco und seine Freundin Sabrina zu uns – das passiert ziemlich oft, denn die beiden wohnen in der Wohnung über unserer. Marco kenne ich jetzt schon 6 Jahre und ich hatte nie einen besseren Freund als ihn – mein Bester, der mich immer zum Lachen bringen kann ❤ .

Die Nacht war dann recht eigenartig. Ich konnte einfach nicht fest einschlafen und Martin auch nicht und so haben wir uns ständig gegenseitig aufgeweckt und letztendlich stand Schatz dann gegen halb drei auf um Computer zu spielen und ich wollte eigentlich lesen. Hab aber dann, wie so oft, nur vor mich hingeschaut und bin wohl währenddessen dann doch eingeschlafen. Mja… bis kurz vor 14 Uhr – Schatz ist um 13 Uhr schon wieder zur Arbeit gefahren. Aber heute ist (hoffentlich) erstmal der letzte Arbeitstag. Offiziell hat er ab morgen für zwei Wochen frei und ich hoffe, er lässt sein Handy in dieser Zeit ausgeschaltet. Er fehlt mir, wenn er soviel arbeitet… Zu meiner Bestürzung musste ich dann nachm Aufstehen noch feststellen, dass ich eine SMS meines Vaters bekommen hatte, dass ich ihn mal eben anrufen solle. Das ist ne ziemlich schwierige Geschichte. Wir haben erst seit kurzem wieder Kontakt nach zwei Jahren Funkstille – die von mir aus ging, da ich ihm Vieles aus der Vergangenheit nicht verzeihen konnte. Wenn ich unsere Beziehung im Moment beschreiben müsste, würde ich „gläsern“ sagen. Es fühlt sich für mich an, als wäre es auf dünnes Glas gebaut- jeder von uns beiden ist ziemlich unsicher und hat Angst was falsches zu sagen. Nachdem ich die SMS gelesen habe, hatte ich erstmal 100 „suuperwichtige“ Dinge zu erledigen, bis ich dann doch einsah, dass ich früher oder später zum Telefon greifen muss. Es ging darum, dass er mir eine finanzielle Stütze geben möchte, damit ich wieder anfangen kann zu reiten. Bis ich 16 war ritt ich mehrmals die Woche, bis dann alles zusammenbrach (aber das möchte ich jetzt erstmal nicht weiter breit treten). Und so bin ich im Moment auf der Suche nach einem geeigneten Reitstall für mich und natürlich plagen mich auch dort wieder Ängste. Ich habe im letzten Jahr über 30 Kilo zugenommen und nun habe ich Angst, einfach zu fett fürs Reiten zu sein. Was wenn ich ausgelacht werde? Was wenn ich mich so richtig zum Affen mache? Was wenn es kein Pferd gibt, das mich tragen kann? Was wenn meine Ausdauer zu wenig ist (und das ist sie definitiv)?

Es erschreckt mich beinahe etwas, wie offen ich hier schreibe und mich quasi selber mit der Nase auf meine Ängste stoße… aber vielleicht ist das ganz gut so…

Wieso, weshalb und überhaupt?

Am Anfang der Woche las ich den Blog einer jungen Frau, die, wie ich, unter einer sozialen Phobie leidet. Ich hatte zuvor noch nie jemanden kennengelernt (naja.. von kennenlernen kann man jetzt auch nicht sprechen, wenn ich nur den Blog lese, aber egal), der sich mit dem gleichen Irrsinn rumschlagen „darf“ und es gab mir ein besseres Gefühl, damit nicht allein dazustehen. So begann ich zu überlegen, ob ich nicht auch anfangen sollte zu bloggen – schob den Gedanken aber immer wieder weg, da mich Zweifel quälten wie  „Ach Quatsch… das interessiert doch sowieso keine Sau“ oder „Was, wenn man dich auslacht oder alles als Gejammer abtut?“. Trotzdem habe ich jetzt, am Ende der Woche, immer noch das Bedürfnis öffentlich über mein Leben zu schreiben und hab mir vorgeschlagen „Du kannst ja erstmal anonym bleiben und abwarten, was passiert.“ Mja.. und das fand bzw. findet mein unsicheres Ich ganz okay so.
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Zur Zeit gehts mir leider nicht so gut. Klar, es ging mir z. B. vor einem Jahr viel schlechter und ich hab durch die Therapie viel an mir gearbeitet und auch einige Fortschritte gemacht. Ich trau mich, allein ins Tierheim oder auch mal zur Therapie zu fahren. Seit Schatz und ich ein Auto haben ist Vieles für mich leichter geworden. Wenn ich im Auto sitze, fühle ich mich viel sicherer da mir niemand etwas „tun“ kann. Ich weiß, dass mir auch niemand etwas tut, wenn ich durch die Stadt laufe, aber ich bilde mir ein, dass jeder über mich lästert und mich jeder schief ankukt. Das verunsichert mich so enorm, dass ich es dann gelassen hab in die Stadt bzw. vor die Haustür zu gehen. Aber wie gesagt – seit wir das Auto haben ist es etwas einfacher geworden und ich schaff es sogar ein paar Aktivitäten ganz allein zu machen, ohne dass Schatz dabei sein und mich beschützen muss. Anfangs war ich noch sehr unsicher, hatte Angst ich könne vor lauter Aufregung wieder alles falsch machen und schlimmstenfalls nen Unfall bauen. Aber nachdem ich jetzt seit ein paar Wochen immer mehr fahre, macht es mir sogar Spaß und ich fühle mich beim Fahren irgendwie frei und trällere sogar manchmal ausgelassen zu meinen CDs mit *schmunzel* – oja ich kann sehr albern und ausgelassen sein 🙂

Jetzt hab ich ganz vergessen, was ich eigentlich schreiben wollte, warum es mir überhaupt schlecht geht. Tja – das ist wie so oft so ne Sache… Ich weiß es nicht einmal, warum es mir nicht gut geht. Ich fühle mich einfach nur niedergeschlagen. Wobei… jetzt im Moment eigentlich nicht, jetzt im Moment hab ich mich durchs Schreiben wieder daran erinnert, wieviel Spaß es mir macht Auto zu fahren… Damit hat das Bloggen schon den ersten Pluspunkt gesammelt – mir geht es jetzt besser 🙂 Sehr schön. Allerdings ist das bei mir nie so sicher – denn meine Stimmungen können mich leider sehr überrumpeln. Ich kann in diesem Augenblick total gut drauf sein und im nächsten Augenblick überrollt mich eine absolute Welle der Traurigkeit. Wenn ich Glück hab, dann fällt mir bei angestrengtem Nachdenken dann auf/ein, welches Fuzelchen denn solche Gefühle in mir ausgelöst hat. Wenn ich Pech habe, fällts mir nicht ein und ich bin noch niedergeschlagener.

So.. meinen ersten Eintrag hab ich besser hingekriegt als ich dachte – ich denke auch Eigenlob darf mal sein… Jetzt werde ich mir mein Buch schnappen und vor dem schlafen noch etwas lesen. Zur Zeit lese ich von Celine Kiernan „Geisterpfade“. Das ist der zweite Teil einer Trilogie und der erste Teil „Schattenpfade“, der letztes Jahr rauskam, war schon total klasse.