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Die Tage ziehen vorbei

Momentan fühlt es sich für mich so an, als würde mir die Zeit durch die Finger rinnen. Die Tage vergehen – meist unverrichteter Dinge -, ich werde wach, frühstücke, lege mich dann wieder hin, wache irgendwann am Nachmittag auf und ehe ich mich versehe, ist es schon wieder Abend und ich lege mich wieder hin. Ich bin irgendwie dauermüde, was sicher auch mit am trüben Wetter liegt … und wahrscheinlich am aktuellen Streß.

Zum bloggen fehlt mir die Muse und meist auch das Thema. Ich habe zur Zeit irgendwie Skrupel, mein ganzes Privatleben hier auszubreiten, wahrscheinlich auch deshalb, weil mittlerweile zu viele Leute mitlesen, die mich persönlich kennen… Nur soviel sei gesagt – die Beziehung, die in den ersten Wochen so einfach schien, ist plötzlich irgendwie gar nicht mehr so einfach. Das passiert wohl einfach, wenn zwei psychisch angeknackste Menschen aufeinandertreffen und gleichzeitig eine schwierige Phase haben. Es erschöpft mich ziemlich und macht mir auch Angst, dass es scheitern könnte. Angst davor schon wieder zu scheitern…

Oh verdammt bin ich müde… Das wird mir erst so richtig klar, während ich darüber nachdenke. Nicht nur körperlich, auch emotional. Ich fühle mich irgendwie ausgelaugt und schwach, zumindest grad im Moment. Ich hasse dieses dunkle, trübe Wetter.. es fühlt sich an, als würde mir dieses noch die letzten Reserven aussaugen -.-

Da ich heut sowieso schon so suuuuperproduktiv bin, dachte ich mir, schreib ich auch noch gleich nen neuen Artikel – ich hatte mir vorgenommen wieder regelmäßiger zu bloggen und wie man sieht klappt das nicht wirklich. Entweder ich habe nichts zu sagen, oder ich habe etwas zu sagen, was ich aber nicht in Worte kleiden kann oder es tritt Möglichkeit 3 ein und ich bin einfach zu faul.

In den letzten 10 Tagen war ich erstmal gepflegt krank – Grippe, oder als was man Halsschmerzen, Fieber, Schnupfen und Husten eben bezeichnet. Bis letzten Mittwoch war ich bei René in Nürnberg und somit hat sich wenigstens jemand (übrigens sehr aufopferungsvoll <3) um mich gekümmert. Ich möchte nicht behaupten, dass krank sein so „Spaß“ machte – dazu gings mir dann doch zu schlecht – aber es war erträglicher als allein zu sein.

Da mir die Tabletten ausgingen und auch die Katzen auf mich warteten bin ich dann Mittwoch wieder nach Hause gefahren und prompt gings mir durch das endlose draußen-rumgerenne wieder schlechter, weshalb ich dann hier auch noch einige Tage im Bett und das Wochenende ohne Besuch von Freunden, sprich allein, verbrachte. War aber nicht mal sooo schlimm. Wenn ich von René immer wieder heim fahr, gehts mir in den ersten ein, zwei Tagen immer recht mies, weil ich mich einsam fühle, aber nach ein paar Tagen pendelt sich das dann ein und ich komm eigentlich ganz gut klar in meinem Mädelshaushalt, also mit den beiden Miezeschätzen.

Die beiden dürfen übrigens seit ich wieder allein hier wohne des nachts mit ins Schlafzimmer, weil ich mich in den ersten Nächten ohne Martin so extrem verloren fühlte. Luna ist selig, da sie seit Martin weg ist extrem anhänglich und noch sensibler als vorher ist und so schläft sie die ganze Nacht brav auf dem Hocker am Fußende vom Bett. Morle hingegen macht die ganze Nacht Party und so mussten wir schon n paar mal „n ernstes Gespräch führen“, woraufhin sie dann wenigstens für ne halbe Stunde beleidigt abzieht. Danach taucht sie aber gleich wieder auf und fordert so jede Nacht ab 2 Uhr ihr Frühstück, das es aber erst um 5 gibt. Maunzen, Dinge vom Nachttisch werfen, auf mir rumsteigen, mich ablecken und an der Wand kratzen gehören zum „Steh-endlich-auf“-Programm, welches ich aber zu ignorieren versuche. Allerdings vermeide ich seit vorletzter Nacht Tassen mit Tee auf dem Nachttisch stehen zu lassen, denn da tauchte sie immer wieder ihre Pfoten ein und spritzte mir den Tee mit voller Inbrunst ins Gesicht. Man würde ihr einen solchen Einfallsreichtum gar nicht zutrauen, wenn man sie den ganzen Tag schlafen und rumliegen sieht… Aber nun genug der Katzengeschichten.

Jedenfalls lag ich ja wie gesagt in den letzten Tagen die meiste Zeit im Bett, aber seits mir wieder besser geht bin ich irgendwie richtig motiviert. So habe ich in meiner krank-Zeit richtig viel gelesen, in den letzten Tagen einige Rezensionen auf Vorrat geschrieben und heute war ich an den Containern und danach noch einkaufen, damit ich mich wieder gesünder als in den letzten Wochen ernähren kann. Außerdem hab ich hier sauber gemacht und mich sogar überwunden abzuspülen – in der Badewanne. Seit Silvester läuft der Wasserhahn in der Küche nämlich aus und dieser wird erst Ende Februar repariert (ohne dass größere Kosten auf mich zukommen, Mama sei Dank). Deshalb heißt es jetzt: auf die Badewanne ausweichen. Daran nervt hauptsächlich das hin- und hertragen des Geschirrs, ansonsten kann ich einigermaßen damit leben, weil das Bad ja sowieso neben der Küche liegt.

Mja… später treff ich mich noch mit Marco, damit wir weiter Papier mit schwarzem Tee Papier von Hand altern können. Unsere Geschäftsidee ist, Replika eines bekannten Filmtagebuchs anzufertigen – mehr dazu, wenn wir tatsächlich über den Vorgang des Papieralterns hinauskommen *g*.

Das wars erstmal wieder – belangloses Blabla aus meinem Leben.

Wieso bis zum 21. Dezember warten, wenn ich jetzt schon gepflegt apokalyptisch-beschissen starten kann?

Es ist (Artikel ist fertig und mittlerweile ist es 5:30) 5 Uhr nachts/morgens (?) und ich vermerke mir in mein kleines Hinterkopfnotizbuch, dass ich meine Nachttablette wohl nicht noch einmal mit Energydrink einnehmen sollte. Was hab ich mir dabei eigentlich wieder gedacht!? Ah.. ich weiß es: Gar nichts, wie so oft.

Ich bin unendlich müde bzw. mein Körper. Er fühlt sich so kaputt und erschöpft an und mir ist irgendwie schlecht. Außerdem kann ich die Ringe unter meinen Augen regelrecht spüren… Aber mein Geist ist ruhelos, irgendwie genervt von mir selbst und der Welt und meine Hände zittern fahrig über die Tastatur, während ich René aus dem Schlafzimmer selig vor sich hinschnarchen höre und mir denke „Fuck… ich würde auch gerne schlafen können…“

Dieses Jahr hab ich jedenfalls noch nicht ordentlich geschlafen. Gut – es ist erst 5 Nächte so extrem, mit dieser zumindest, aber es zehrt bereits an mir. Ich schlafe gegen 2 oder 3 ein, wache so um 5 wieder auf, lese weil ich nicht mehr einschlafen kann, bin gegen 7 so erschöpft dass ich mich wieder hinlege und dann schlafe ich bis in den frühen Nachmittag rein, um am Abend wieder nicht müde zu sein und das gleiche Spiel von vorn zu beginnen. Achja – und wenn ich dann schlafe, taumle ich ständig zwischen dösen und idiotischen Träumen, ich fühlem ich nicht wohl und finde keine bequeme Schlafposition, fühle mich irgendwie nicht richtig sicher…

Am liebsten würde ich eine ganze Packung Schlaftabletten fressen, nur um mal so richtig fest schlafen und mich wieder erholen zu können – aber das kann ich mir nicht leisten… haha -.- Ich kämpfe nämlich nicht nur emotional mit den Trennungs-Nachwehen, sondern auch finanziell, so dass mir nach Abzug der Fixkosten ganze 0,00 Euro für diesen Monat bleiben. Wenigstens gabs von Mama zu Weihnachten unter anderem eine Palette Katzenfutter – somit ist wenigstens für die gesorgt, die am wenigsten bzw. nichts für alles können.

Ist das die gerechte Strafe dafür, dass ich mich nicht tapfer durch eine Beziehung gekämpft habe, in der ich unzufrieden war? Oder gar die Strafe dafür, dass ich unzufrieden war?

Meine Nerven zahlen es mir zumindest schon mal großzügig heim. Ich bin weinerlich, unleidig und jeder Furz streßt mich, macht mich wütend oder nervt. Essgeräusche, zu feste Berührungen, schnarchen – was im Moment leider alles auf den Mann an meiner Seite zurückfällt – ich fühle mich wie ein radioaktiver Unfall in nervlicher Ausführung. Wahrscheinlich liegt das auch zum Teil daran, dass ich seit gut einer Woche 24 Stunden am Tag mit ihm zusammen bin und er nichts gegen ständige Nähe hat, was ich mir ja immer wünschte, aber einfach nicht (mehr?) gewohnt bin. Verzeih mir und bleib bitte weiterhin so tapfer…

Der andere Teil ist dann einfach die Tatsache, dass ich nicht damit umgehen kann, wenn sich Leute anders als nach dem Muster verhalten, das ich mir von ihnen zurechtgelegt habe. Das führt dann zu Desillusionierung (ich hatte gehofft du bleibst im Jahr 2011, aber da bist du schon wieder), Enttäuschung (nicht du auch noch) und Resignation (ach, was solls – dann nehm ich euch eben alle mit ins neue Jahr).

Und wenns schon so schön scheiße ist, nehm ich am besten auch noch gleich in der ersten Woche des neuen Jahres ne selbsterzeugte Schnittverletzung mit, nach über einem Jahr Abstinenz. Gedacht – getan. Obwohls eigentlich andersrum war. Und hier liegt das Problem der letzten Tage: Ich mache und dann erst denke ich – etwas das ich mir schnellstens wieder abgewöhnen sollte.

13. Februar komm schnell – ich hab das zweite DBT-Modul dringend nötig, bevor ich wieder alles mit meinem dämlich-dicken Arsch umreiße -.- …

In den letzten Tagen/Wochen hatte ich absolut keine „Was-auch-immer“ um hier zu schreiben. Ich hab zwar öfter mal dran gedacht, dass es wieder an der Zeit wäre, einen Artikel zu verfassen, aber gleich danach kam der Gedanke, was ich schreiben sollte.

Es ist nicht so, dass zur Zeit nichts passieren würde – ganz im Gegenteil – aber ich hatte nicht den Eindruck, dass das überhaupt irgend jemand lesen wollen würde, weil ich ja irgendwie sowieso immer nur am rumjammern bin. Aber zumindest zum Jahresabschluss möchte ich die letzten Monate und vor allem Wochen mal zusammenfassen. Sozusagen als Bestandsaufnahme, um unbelastet ins neue Jahr zu gehen, oder es zumindest zu versuchen. Ich meine, für viele ist der Jahreswechsel nichts besonderes – und eigentlich ist es das ja wirklich nicht. Es ist „nur“ ne Zeitrechnung, um den Lauf der Dinge einordnen zu können…

Wenn ich so an den Jahresanfang zurückdenke, kann ich mich ehrlich gesagt auf den ersten Blick überhaupt nicht daran erinnern. Im Allgemeinen fällt es mir schwer, mich daran zu erinnern, was vor dem 18. November – der Trennung von Martin – war. Mein persönliches Neujahr? Im Endeffekt war es ja schon seit vielen Monaten immer wieder mal Thema. Der Gedanke, dass ich irgendwie unzufrieden bin und die Frage, ob es Sinn macht, das Ganze aufrecht zu erhalten. Aber der Gedanke daran, was ich alles verlieren würde, wenn ichs beende, nahm zu viel Raum ein. (Unter anderem) ziemlich materialistisch von mir… Peinlich sich das einzugestehen.

Ok… Anfang des Jahres 10 Kilo abgenommen – alles noch ok. Dann dieser Termin bei der Rentenkasse und ein paar Wochen später das Urteil, es würde mir gut genug gehen um Vollzeit zu arbeiten mit vielen kleinen fiesen Seitenhieben. Daraufhin die Selbstverletzung und die daraus folgenden beiden Krankenhausaufenthalte. Dann – machen wir uns nichts vor – der Absturz. Depression, alles wieder zunehmen und das Wissen, dass ich mich selbst zugrunde richten werde, wenn ich nichts unternehme.

Positiv: Seitdem keine Selbstverletzung mehr. Kein Schneiden, kein Kopf-irgendwo-gegen-schlagen. Körperlich „nur“ noch gelegentlich beißen und kratzen, aber keine blutenden Wunden.

(Emotional zwar öfter massiv selbstverletzt, mit kurzem Abstecher in die Pro-Ana-Welt im Sommer (idiotisch), aber irgendwie nach ein paar Wochen wieder die Kurve bekommen)

Im März der Entschluss eine DBT zu machen. Im August der Vorstellungstermin in Nürnberg, im September die Vorbereitung, im Oktober das erste Modul. Es hat mir sehr viel gebracht. Allerdings merke ich vor allem jetzt, dass das noch lange nicht gereicht hat. In den zwei Wochen danach war ich supermotiviert, trotz der Trennung. Mittlerweile holt mich alles ein und es geht mir offen gestanden nicht besonders gut. Irgendwann holt einen eben alles wieder ein und eine Beziehung von drei Jahren ist nicht von einen Tag auf den anderen verarbeitet, was ich am Anfang (wieder idiotischerweise) dachte.

Hm… mal überlegen -
eine Erinnerungssammlung bezüglich 2011:

Contra:
- Rentenkassen-Selbstverletzungs-Krankenhaus-Ding
- Depression + Absturz
- Ernüchterung und darauffolgende Trennung von Martin

Pro:
- WGT mit Timur, Christiane und Martin
- Oft am See gewesen mit Timur und Christiane – ich liebe diesen Ort
- Picknicken hinterm Haus mit den gleichen bereits erwähnten Leuten + Marco und Sabrina
- Allgemein viel mehr draußen gewesen, oft auch allein
- Angst ging extrem zurück, Sozialphobie beinahe eliminiert
- Dadurch viele tolle Leute kennengelernt, fast alle im realen Leben – ich sag nur Kassel, WGT, Klinik
- Klinikaufenthalt ohne Abbruch hinter mich gebracht

und das Beste kommt bekanntlich zum Schluss:

- René, Freak Mann meiner Träume – nicht gesucht, aber (dank der Katzen) trotzdem gefunden und es passt wie Arsch auf Eimer <3
Ja, ich liebe Dich wirklich! Wie du bist, wie du mit mir umgehst, dass du mich verstehst, mit mir lachst – Danke für all das!

Ja – noch hänge ich auch zum Teil in meiner alten Beziehung und bin in gewisser Weise noch am trauern. Nicht weil ich es rückgängig machen möchte, sondern weil ich enttäuscht darüber bin, dass es einfach nicht geklappt hat. Aber du machst mir Hoffnung und gibst mir den Glauben an die Liebe zurück.

Und so betrachtet war dieses Jahr zwar nicht das beste, das ich jemals hatte, aber auch nicht das schlechteste, auch wenn mir das in den letzten Tagen irgendwie so vorkam – ich sollte wieder öfter bloggen, um mir Dinge besser vor Augen zu führen.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch <3…

Sollte euer Jahr auch nicht so gut verlaufen sein, macht euch ne Pro-Contra-Liste – ich war überrascht, dass die positiven Erinnerungen eigentlich überwiegen.

Aktuelles

Ich finde zur Zeit nur schwer Worte, deshalb hier der Auszug einer Mail an Erbse:

Mir gehts wechselhaft. Wie du sicher mitbekommen hast, bin ich (schon wieder..) seit einer Woche in ner neuen Beziehung und solang ich bei ihm bin, gehts mir auch größtenteils richtig gut, weil er das ist, was ich mir immer gewünscht hab… Wenn ich dann aber wieder nach Hause komme, wie gestern Abend, dann flasht mich die menschenleere Wohnung total und ich vermisse Martin bzw. die guten Zeiten mit ihm. Dass ich mich gleich wieder in eine Beziehung stürze, war eigentlich so überhaupt nicht geplant und hat sich trotzdem ergeben und das macht die ganze Sache etwas schwieriger, weil ich nebenher noch mit Martin abschließe… Etwas kompliziert… Aber der Neue, René, ist geduldig – zum Glück.

Mja… alles ist sozusagen irgendwie wie immer – denn ich schlag mich irgendwie durch und trotzdem bin ich im völligen Ausnahmezustand. Wieder allein wohnen, Fernbeziehung – auch wenns bis Nürnberg „nur“ 120 km sind, was durch die Bahn noch erträglich ist.

Am 13.Februar beginnt mein zweites DBT-Modul in der Psychiatrie. Bis jetzt sieht es so aus, als würd ich alle teilnehmenden Mitpatienten kennen. Meine letzte Zimmernachbarin ist wieder dabei und eine, die ich in meiner Vorbereitung kennengelernt hab und mit der ich mich zwischenzeitlich auch privat schon getroffen habe. Ich freu mich sogar n bisschen drauf. Die beiden sind klasse, weil total witzig. Außerdem wohnt René nur ein paar Straßen vom Klinikum entfernt – so wird es mir leichter fallen jeden Tag nach draußen zu gehen.

Beinahe sieht es zur Zeit so aus, als hätte ich meine Soziale Phobie überwunden… Ich pendle allein zwischen Weiden und Nürnberg, geh allein einkaufen und auch in die Fußgängerzone, wenn ich was von DM oder Müller brauche… Das is… verrückt. Nur am Nürnberger Bahnhof hab ich noch leichte Angst – da ist mir einfach zu viel los und ich klammere mich dann immer an Renés Hand… Letzten Samstag warn wir am Nürnberger Christkindlmarkt, da war total dichtes Gedränge, da hab ich auch „nur“ einmal n leichtes Aufsteigen von Panik gehabt… Eigentlich ne gute Statistik.

Was nicht so gut läuft ist, dass ich in letzter Zeit wieder öfter innere Anspannung und SVV-Drang hab, dem ich aber nicht nachgebe. Ich skille halt dann mit dieser Finalgoncreme und Ammoniak-Ampullen. Außerdem hab ich mich vor einigen Tagen ernsthaft zur Vernunft gerufen, damit ich mich mal wieder n bisschen zusammenreiß und seitdem gehts anspannungstechnisch wieder…

Jetzt muss ich nur noch über die letzte Beziehung wegkommen und das Ganze verarbeiten… Dann kanns weitergehen…

 

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… spielen sich die Bilder aus deinem alten Leben total oft vor deinem inneren Auge ab
… schnüren dir diese Bilder teilweise die Luft ab, weil du merkst, dass du dich in dem Glauben, es würde niemals enden, leider geirrt hast und das jederzeit wieder passieren kann.
… bist du traurig darüber, dass dir die Person aus dem alten Leben so schnell so verdammt fremd geworden ist
________________________________

Aber Veränderung ist nicht nur negativ behaftet – alles hat zwei Seiten.

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Denn wenn sich plötzlich alles ändert, dann …

… kannst du einfach mal probeweise so tun, als wärst du normal; zumindest ein bisschen
… gehst du wieder vor die Haustüre ohne Angst zu haben.
… weißt du deine Freunde mehr zu schätzen als jemals zuvor in deinem Leben
… unterhältst du dich auf einmal gerne mit fremden Leuten und interessierst dich sogar ernsthaft für sie
… fühlen sich deine Katzen auf einmal viel flauschiger an
… fühlt sich Sonne viel wärmer an
… fühlt sich auch Kälte angenehm auf der Haut an
… nimmst du Licht ganz anders wahr
… lebst du gerne
… setzt du dich in den Zug, ohne großartig darüber nachzudenken, was du doch für eine Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln hast; auch alleine; auch wenn es bereits draußen dunkel ist
… fühlst du dich wieder wohl in deinem Körper, ja, beinahe begehrt
… lächelst du viel und gerne
… willst du tanzen
… musst du urplötzlich und in den dämlichsten Situationen anfangen völlig irre zu lachen und wirst noch nicht mal schief dafür angekukt
… lässt du dich auf eine neue Person ein, auch wenn diese mehr Zeit braucht als du selbst
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Wenn sich plötzlich alles ändert, dann …

… kannst du neues ausprobieren, weil sich sowieso alles ändert
… werden die Karten neu gemischt
… ist alles möglich und alles wieder offen

Geschützt: Zerrissen

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Ich sitze da, fühle mich ziemlich neutral. Ich höre Musik, schreibe bei Facebook mit Freunden, nebenher noch eine Rezension – und doch ist nicht alles wie immer.

Meine Arme fühlen sich klamm an, schwer. Und sie kribbeln ganz komisch – aber nicht im Sinne von lustig. Es fühlt sich an, als würde eiskaltes Blut durch meine Adern fließen. Ich mag dieses Gefühl nicht und doch ist es einfach da – und nein, ich habe mich nicht selbst verletzt… meine Arme machen das von allein und äußerlich sehen sie auch ganz normal aus.

Außerdem fühlt sich mein Magen komisch an. Ich habe keinen besonderen Hunger und wenn mein Magen doch knurrt, sich leer anfühlt, ist mir das egal – ich habe keine Lust mich damit zu beschäftigen, es scheint mir auch irgendwie nicht so wichtig, nicht so präsent, dass es mich stören würde.

So fühlt es sich also an wieder „allein“ zu sein. Single zu sein. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Ich hatte ein Bild von mir vor Augen, wie ich tränenüberströmt, nach Luft schnappend im Bett liege und dieses nicht verlassen kann und will. Ich habe mich gesehen, wie ich mich, die Wohnung und alles andere gehen ließ und nur in meinem Schmerz und meiner Trauer steckte. Stattdessen sitze ich hier, als wäre alles wie immer und… lebe weiter… einfach so… und es macht mir nicht einmal große Mühe.

Meine Therapeutin meinte, sie hätte es schon länger geahnt und einer andere Person meinte zu mir, ich hätte mich wohl schon seit etwa einem Jahr im „Trennungsjahr“ befunden – noch während der Beziehung… und ich fürchte es stimmt. Immer wieder war ich tottraurig, zweifelte an der Beziehung und führte endlose Gespräche mit Martin darüber, weil ich nicht soviel Zuwendung bekam, wie ich es mir wünschte, weil mir gesagt wurde „Ich finde dich nicht attraktiv.“, weil es mir fehlte, dass über meine Witze gelacht wird… Und jedes dieser Gespräche endete damit, dass alles so blieb wie es war und ich mir einredete, alles wäre gut, das würde alles nur an meiner Borderline-Erkrankung liegen, ich hätte zu hohe Ansprüche und müsste mich halt ändern.

Unter anderem deswegen entschied ich mich für die DBT, gewillt mich zu verändern. Und genau das ist passiert, aber es ist mir auch klargeworden, dass mich Leute wegen meiner Art mögen, dass meine Schlagfertigkeit gut ankommt, dass sie mich witzig finden und gerne meine Nähe suchen – dass sie mir ihre Wertschätzung gerne zeigen und das alles trotz meiner „unattraktiven“ Figur. Ich bin gut wie ich bin und muss mich äußerlich nicht zwingend verändern um von anderen angenommen und gemocht zu werden.

Und so kam ich aus der Klinik zurück – gestärkt und mit Selbstbewusstsein und führte ein weiteres Gespräch mit ihm, in dem ich nicht das hörte, was ich gerne gehört hätte. So beschloss ich mich einfach zurückzuziehen und abzuwarten was passiert… und leider passierte überhaupt nichts. Es stellte sich heraus, dass keine Nähe entsteht, wenn ich sie nicht suche bzw. regelrecht fordere. Im Endeffekt war es ein nebeneinander Leben, aber kein miteinander, kein wir…

Noch ein paar Tage redete ich mir ein, dass alles wieder gut werden könnte, wenn ich nur abnehmen würde – aber nachdem ich mit einer (meiner besten) Freundin(en) noch einmal darüber sprach, wurde mir schmerzlich bewusst, dass es eigentlich längst beschlossene Sache ist, dass es so nicht weiter gehen kann und soll und dass ich einfach nicht mehr will. Dass ich für mich abnehmen möchte, ohne den Druck zu haben, es tun zu müssen, weil ich sonst keine Nähe bekomme.

So nahm ich mir vor, noch bis Anfang Januar zu warten, um niemandem das Weihnachtsfest zu verderben, aber die Dinge kamen anders. Mein Weg führte mich zu ihm, ich weckte ihn auf und schilderte ihm die Lage und er nahm es hin. Zwar vergoß er Tränen – genauso wie ich, als ich ihn sah, wie er so wunderschön wie er ist in meinem Bett lag – aber er nahm es hin. Er kämpfte nicht um mich und als ich ihn fragte warum er dann nicht schon eher selbst Schluss gemacht hätte meinte er nur, er hatte gedacht, das würde schon irgendwie wieder werden.

Aber das wird es nun nicht.

Bis Mitte/Ende Januar soll alles über die Bühne sein… Er wird ausziehen, ich muss bei der Stadt melden, dass ich wieder allein bin um mehr finazielle Unterstützung zu bekommen und die Zukunftspläne zerplatzen wie eine Seifenblase. Kein Umzug nach Fürth. Kein Hof mit Pferden und Lamas. Keine Kinder mit ihm. Keine Hochzeit. Das schlimme ist, es fühlt sich nicht einmal besonders schlecht an, den Ring nach zwei Jahren nicht mehr zu tragen – beinahe freue ich mich wieder fingerlose Handschuhe anziehen zu können, die mit dem Giftring nicht möglich waren.

Heute dann die gemeinsamen Fotos abgenommen und dabei endlose Gewissensbisse gehabt… Sollte ich sie noch einige Wochen hängenlassen? Um der Beziehung meinen Respekt zu erweisen? Oder kann/darf ich mich einfach so von einem auf den anderen Tag für ein neues Leben entscheiden und mich sofort damit anfreunden? Ein bisschen Freude über die sich neuen bietenden Möglichkeiten empfinden? Sich „austoben“ zu dürfen – auch wenn ich es nicht vorhabe… aber einfach zu wissen „Ich dürfte das.“? Sollte ich nicht eigentlich traurige Lieder hören, statt die Musik zu hören, die mir im Moment einfach gut gefällt? Müsste ich nicht im Ausnahmezustand sein??

Und andererseits bin ich desillusioniert. Sehe die Sache unangenehm realistisch. Sehe die Liebe an sich unangenehm realistisch. Nichts ist für immer. Keine Liebe kann offenbar bis ins hohe Alter halten, auch wenn man sich am Anfang doch so sicher ist. Wozu Pläne schmieden, wenn es morgen, nächste Woche, nächstes Jahr schon vorbei sein kann? Offenbar sollte man die Liebe nehmen, wie sie kommt, kurz genießen aber fest damit rechnen, dass es sowieso nicht hält..? Ich fürchte, das wäre der vernünftigste Weg, sagt mein Kopf und mein Herz weint bitterlich, liebt es doch die Romantik so sehr, die Vorstellung von der großen Liebe, der Liebe des Lebens.

Nur eins ist mir bei dieser Sache klarer geworden als je zuvor: Ich habe die besten Freunde, die ich mir wünschen kann… Ich habe nicht damit gerechnet, so liebevoll aufgefangen zu werden. Danke.

Ich bemerke, wie ich anfange mich unwohl zu fühlen. Irgendetwas in mir sagt „Tu etwas, bevor du wieder abstürzt, zurück in die Depression fällst.“ Ich sehe mich um, normalerweise würde ich mich jetzt ins Bett zurückziehen und warten bis ich von einer Welle aus Traurigkeit überrollt werde, doch diesmal soll es anders sein. Es zieht mich tatsächlich nach draußen. Die Sonne scheint und ich gehe die Möglichkeiten durch, was ich alles tun könnte. „Einfach nur gehen bis ich keine Lust mehr habe?“, „Zur Post gehen?“, „Oder mich gar in die Stadt wagen? Ein bisschen unter Leute gehen, auch wenn ich keinen von ihnen kenne?“.

Ich entschließe mich für letzteres – ich brauche sowieso neue Socken. Und so ziehe ich mich an, ohne Gedanken daran zu verschwenden, was passieren könnte und gehe nach draußen. Ich atme tief ein, die Luft riecht nach Winter und die Herbstsonne taucht alles in ein weiches Licht. Ich mache mich auf den Weg, gehe langsamer als sonst, sehe nicht, wie sonst immer, nur auf den Boden vor mir, sondern versuche so viel wie möglich in mich aufzunehmen.

Ich sehe den Passanten ganz bewusst ins Gesicht, nehme mir vor zu lächeln, wenn jemand auch mich an sieht, denn ich möchte meine gute Stimmung teilen… und dann wird mir klar, dass ich mir Jahre lang etwas vorgemacht habe. Keine Sau interessiert sich für mich – und das im positivem Sinn. Die meisten Leute hetzen, haben nicht einmal Zeit um an der roten Ampel einen Augenblick inne zu halten und alles auf sich wirken zu lassen. Die Gesichter der meisten sind starr, sehen unglücklich aus und ich denke mir „Was ist nur los mit euch…? Die meisten von euch sind sicher gesund, wieso freut ihr euch nicht über den schönen Tag?“. Klar – ich fühle mich nicht so nach dem Motto „Yay, Menschenmassen sind mein Leben!!!“, aber es ist okay wie es ist – ich habe keine Angst.

Manchmal streift mich doch ein Blick, meist von jüngeren Schülerinnen, doch sie registrieren mich einfach nur. An ihren Gesichtern kann ich ablesen, dass sie mich einfach nur wahrnehmen und mich nicht bewerten – ich bin ihnen egal, so wie sie mir egal sind. Niemand sieht mir hinterher. Niemand denkt, wie scheiße ich doch aussehe. Niemand denkt etwas schlechtes über mich, denn in ihrer Welt existiere ich eigentlich überhaupt nicht…

Und dann passiert es doch. Ein halbstarker, dämlich grinsender Typ, hält direkt auf mich zu und ich bin von mir selbst überrascht. Ich gehe einfach weiter, weiche nicht aus und streife ihn nur mit meinem Blick, den er ist mir sowas von egal. Es interessiert mich einfach nicht, was er über mich denkt, falls er das überhaupt tut und bevor Panik in mir ausbrechen kann, bin ich schon vorbei.

Im Laden streife ich ruhig durch, sehe mir alles an, kaufe ein und mach mich dann gemütlich auf den Rückweg. Ich lasse mir bewusst Zeit und als ich an der Ampel stehe, an der ich gewöhnlich nie stehen bleibe, zähle ich die verschiedenen Farben der Häuserfronten, die in dieser Straße stehen – es sind 10. Dann verreckt auf der Kreuzung der Motor eines Autos und ich freue mich, auch noch schadenfroh sein zu können (jetzt hat sich mein Ausflug so richtig gelohnt…).

Man könnte nach diesem Text tatsächlich meinen, ich hätte mich einer Gehirnwäsche unterzogen – teilweise kommt es mir selbst so vor, wenn ich meinen Gedankengängen lausche. Aber ich denke, für diese Gehirnwäsche bin ganz allein ich verantwortlich. Ich habe es geschafft, mein Weltbild zu verändern und sehe die Welt mit anderen, offeneren Augen. Niemals hätte ich das für möglich gehalten… Der Spruch „Lass es dir gut gehen“ nimmt nun eine ganz andere Bedeutung für mich ein, denn ich muss das gute Gefühl nur zulassen. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass das garantiert nicht immer funktionieren wird. Eine Heilung ist nun mal nicht möglich.
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Wie ich nun Blog und Kliniktagebuch in Einklang bringe weiß ich noch nicht. Ich habe mich dazu entschieden, nicht jeden einzelnen Tag zu veröffentlichen. Möglicherweise schreibe ich Wochenzusammenfassungen, aber ich werde mir noch Zeit lassen damit.

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